„Ich kämpfte wie eine Löwin um meine Rechte als Autorin...“

Hilke Marx-Holena (49) lebt mit ihrer Familie, Hund und Pferden in Wobbenbüll. Von Beruf ist sie Tierhomöopathin und hat durch das Studium an der Schule des Schreibens ihre Liebe zu Pferden, ihren Spaß am Schreiben und ihren Beruf in einzigartiger Weise verbinden können. Zwei Ratgeber hat sie bereits im Verlag BLV veröffentlicht, das dritte Buch erscheint Anfang 2005.

 

Wie und wann sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen?
Als Kind war ich oft krank und musste das Bett hüten. Im Schreiben fand ich einen Weg, mich mitzuteilen und auszudrücken, denn ich steckte voller Eindrücke und Ideen. Den kleinen, originellen Kinderbotschaften folgten bald seitenlange Erzählungen, Briefe und Schulaufsätze. Spätestens beim Verfassen humorvoller Gedichte für allerhand Anlässe merkte ich, dass mir Schreiben liegt.

Wie kam es zu der Entscheidung, den Lehrgang „Die Große Schule des Schreibens“ an der Schule des Schreibens zu belegen?
Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich nach einer Bestimmung suchte, einer Aufgabe, die mich erfüllen würde. Rein „zufällig“ sah ich die Anzeige der Schule des Schreibens, und da ich selten halbe Sachen mache, belegte ich gleich „Die Große Schule des Schreibens“.

Wie gefiel Ihnen das Studium insgesamt?
Sehr gut! Die Studienhefte waren übersichtlich und eindeutig, sie enthielten Aufgaben, die schrittweise an das jeweilige Thema heranführten und darauf aufbauten. Dadurch „wuchs“ ich sozusagen in die nachfolgenden Aufgaben bzw. Texte hinein.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Studienleitern?
Meinem Studienleiter, Herrn Jochen Bauschke, gilt mein besonderer Dank. Durch seine Ermutigung und Unterstützung fand ich schließlich den Mut zur Veröffentlichung.

Bevor wir über Ihre Veröffentlichungen sprechen, noch eine Frage: was war Ihr Lieblingsgenre während des Studiums?
Eigentlich lag mir Belletristik, insbesondere die Erzählung, am Herzen. Unvermutet zeigte sich dann ein anderes Talent: die Sachliteratur.

Ihre erste Veröffentlichung war demzufolge ein Fachartikel?
Nicht ganz, zuvor veröffentlichte eine Zeitschrift die lustige Story über mein Fohlen. Von diesem Artikel beflügelt, erzählte ich in der Deutschen Ärztezeitung von dem Erlebnis eines „hochprozentigen Ärztetreffens“. Erst danach folgten zwei sachbezogene Artikel zum Thema Homöopathie. Bald darauf reichte ich bei einer Pferdezeitschrift mein Exposé zu den Artikeln über Heilkräuter ein, die in Serie veröffentlicht wurden.

Erinnern Sie sich noch, wie Sie sich nach der ersten Zusage gefühlt haben?
Beschwingt und glücklich zur Zeit der ersten Erzählung. Bei den ersten beiden sachbezogenen Artikeln kam eine bestimmte Verantwortlichkeit hinzu.

Inzwischen haben Sie zwei Ratgeber zum Thema Kräuterheilkunde / Homöopathie für Pferde veröffentlicht. Warum gerade diese Themenbereich?
Seit vielen Jahren halte ich Pferde in eigener Regie, studierte gleichzeitig die Kräuterheilkunde und klassische Homöopathie, und wurde als Tierhomöopathin speziell für Pferde tätig. Was lag näher, als darüber zu schreiben!

Sie haben beide Bücher im Verlag BLV veröffentlicht. War es schwierig, einen Verlag zu finden? Haben Sie lange auf die Zusage vom Verlag BLV warten müssen?
Das Thema war brandaktuell und ich hatte viel Glück und Eigenwillen. Durch meine Artikelserie wurde ein Sachbuchverlag auf mich aufmerksam, der mir ein Buch über Heilkräuter für Pferde anbot. Das Honorar erschien mir zu gering - ich lehnte tatsächlich ab und nahm mir eine Agentin. Zwei weitere Verlage signalisierten Interesse am Exposé und ich schloss mit dem Verlag BLV einen Vertrag. Danach schrieb ich das Manuskript.

Wie waren Ihre Gefühle, als Sie Ihr erstes Buch druckfrisch in den Händen hielten?
Bis zur Veröffentlichung des Buches hatte ich wie eine Löwin um meine Rechte als Autorin gekämpft, so dass ich ziemlich erschöpft war. Aber bald erfüllte mich eine große Freude, das Buch geschrieben zu haben. Und ich fühlte Dankbarkeit, dass der Verlag BLV mir diese Möglichkeit geboten hatte.

Anfang nächsten Jahres erscheint Ihr neues Buch. Verraten Sie uns den Titel und das Thema – hat es wieder etwas mit Pferden zu tun?
Ja, es hat wieder Homöopathie für Pferde zum Inhalt, jetzt in Form eines kleinen, praktischen Ratgebers in Anlehnung an das Hauptbuch.

Irgendwelche Tipps zu Veröffentlichungen, die Sie gern an unsere Teilnehmer weitergeben würden?
Ich kann nur für die Sachliteratur sprechen. Mut zum Einreichen ist immer richtig! Und am Ball bleiben, sich nicht „unter Wert verkaufen“. Eine gute Idee kann durchaus als Exposé vorgestellt werden, wobei es an Sachlichkeit und Übersichtlichkeit keinesfalls mangeln sollte, abgesehen von einer präzisen Formulierung. Und vor dem Vertragsabschluss muss ein Autor seine Rechte überprüfen, ggf. einen Fachanwalt zu Rate ziehen. Empfehlenswert ist auch eine seriöse, literarische Agentur.

Wie unterstützt Ihre Familie Sie bei Ihrem Hobby?
Ohne meine Familie hätte ich das Schreiben von drei Büchern nicht bewältigt, ich verdanke ihr viel Unterstützung!

Wo schreiben Sie am liebsten?
Diese Frage stellt sich mir leider nicht, denn ich schreibe aufgrund der Recherchen und des Repertorisierens bezüglich der Kräuterheilkunde und der Homöopathie immer am Schreibtisch.

Wie finden Sie die Zeit, neben Ihrem Beruf zu schreiben?
Ich habe das Glück einer freiberuflichen Tätigkeit und kann mir die Zeit gut einteilen. Dennoch schreibe ich am liebsten am Abend bis in die Nacht, um ungestört zu sein.

Was macht Ihnen am Schreiben am meisten Spaß?
Das Schöpfen aus eigener Kraft, Wissen und Kenntnisse dahingehend in Worte zu kleiden und zu präzisieren, dass sie allseits verständlich sind. Wenn es das Thema erlaubt, schreibe ich auch mal so, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Was tun Sie, wenn Sie beim Schreiben mal nicht so vorwärtskommen wie Sie wollen?
Ich gehe an die frische Luft und miste „Pferdeäppel“, laufe mit dem Hund oder fahre Fahrrad. Danach geht es fast immer weiter. Der Abgabetermin stand immer fest.

Gibt es ein besonderes schriftstellerisches Vorbild in Ihrem Leben?
Es gibt viele Autorinnen und Autoren, die mich sehr beeindrucken. Ich möchte keinen von ihnen hervorheben und habe bezüglich der schriftstellerischen Leistung kein Vorbild.

Welche Bedeutung kommt Schreiben heute in Ihrem Leben zu?
Schreiben hat mein Leben verändert und bereichert. Ich möchte es nicht missen.

Frau Marx-Holena, herzlichen Dank für das Gespräch.

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