"Freudentränen fließen - die Weihnachtsgeschichte ist veröffentlicht...!"

Rosemarie C. Barth (51) beendete vor 2 Jahren ihr Belletristik-Studium an der Schule des Schreibens. Inzwischen hat sie ihren ersten Roman „Tod im Moorbad“ veröffentlicht. Bereits im Studium erschienen von ihr Kurzgeschichten und Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Jede freie Minute widmet sie dem Schreiben.


Wie und wann sind Sie zum Schreiben gekommen?

Seit meiner Kindheit schreibe ich gern, war oft Aufsatzbeste in meiner Schulzeit. Außerdem ließ mich der großartige Satz „Wer schreibt, der bleibt“ nie mehr los. Seit knapp fünf Jahren schreibe ich mit Herz und Seele.

Wie kam es zu der Entscheidung, den Lehrgang Belletristik an der Schule des Schreibens zu belegen?

Ja, weil ich das Handwerk der Schreibkunst „perfekt“ lernen wollte, habe ich mit einigen Autorenschulen Kontakte geknüpft. Ihr Angebot gefiel mir am besten, und mein Ehemann hat mich sehr ermutigt, bei der Schule des Schreibens mal professionell „loszulegen“.

Wie gefiel Ihnen das Studium insgesamt?

Es war für mich von Anfang an eine wahre Lebensbereicherung. Ich ging nahezu in jeder neuen Aufgabe total auf.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Studienleitern?

Sehr gut. Meine Studienleiter haben es geschafft, mir in kurzer Zeit ein kompaktes Wissen zu vermitteln, sodass ich das Studium sogar ein Jahr vorzeitig abschließen konnte (nicht ohne Stolz). Frau Kuretschka und Herrn Bergmann möchte ich nochmals sehr dafür danken.

Sie schreiben für verschiedene lokale Zeitungen und veröffentlichen (Kurz-)Geschichten. Wie kam es zur ersten Veröffentlichung?

Meine erste Story - eine Weihnachtsgeschichte – hatte ich damals im November an unsere Magdeburger Volksstimme geschickt. Tage später teilte mir eine Redakteurin mit, dass die Weihnachtsausgabe schon fertig sei und mein Beitrag nicht berücksichtigt werden könne. Dann passierte es: Mit der Weihnachtszeitung im Reisegepäck flogen wir in die Ägäis. Und am Urlaubsort zum Heiligabend entdeckte mein Mann diese Weihnachtsgeschichte doch in unserer Volksstimme. Freudentränen in der sonnigen Ägäis zum Heiligabend!

Das war dann ja ein ganz besonderes Weihnachtsfest....

Ja, nachdem die Freudentränen vergossen waren, schoss mir ein wahrer Anfall von Glückshormonen durch „Mark und Bein“. Ich tanzte im Hotelzimmer hin und her und war einfach nur froh.

Sie haben inzwischen Ihren ersten Roman, den Krimi „Tod im Moorbad“ veröffentlicht. Wie war das, Ihr eigenes Buch in den Händen zu halten?

Denken konnte ich erst mal gar nicht. Es war kurios: Ich fand meinen Erstling im Bett unter meinem Kopfkissen! Ja – kaum zu glauben! Dieses Buch sollte Anfang Dezember erscheinen, kam plötzlich einen Monat früher heraus und per Lieferservice direkt in die Hände meines Mannes. Er war völlig baff, legte den Krimi heimlich unter mein Kopfkissen und hoffte, ich würde ihn beim Zubettgehen finden und losjubeln. Früh begann plötzlich etwas zu drücken, ich ertastete im Dunkeln ein Buch und dachte: ‚Nanu? Da brachte das Licht meiner Nachttischlampe plötzlich meinen Erstling zum Vorschein... Ich hielt ihn in den Händen und bekam die berühmte Gänsehaut. Eine Nacht mit dem „Tod im Moorbad“ unterm Kopf, wem passiert so was schon? Und dann war meine Freude unermesslich!

Gibt es Tipps zur Veröffentlichung, die Sie gern an unsere Teilnehmer weitergeben würden?

Wenden Sie alles an, was Sie an der Schule des Schreibens lernen. Ein gut vorbereitetes Manuskript ist oft schon der Schlüssel zum Erfolg. Und meiden Sie Zuschuss-Verlage!

Ihre Familie ist sicherlich sehr stolz. Wie unterstützt sie Sie bei Ihrem Hobby?

Mein Ehemann ist ein kritischer Leser meiner Manuskripte. An ihn wende ich mich zuerst und fühle mich dabei sehr verstanden. Dann erst gehen meine Geschichten weitere Wege.

Wo schreiben Sie am liebsten?

Von Frühjahr bis Herbst auf meinem Naturgrundstück. Aber auch gern bei Regenwetter im häuslichen Arbeitszimmer.

Wie finden Sie die Zeit, neben Ihrem Beruf als Arzthelferin zu schreiben?

Das ist wirklich nicht leicht. Mein Arbeitsalltag schlaucht ganz schön. Aber an Wochenenden und in Kurzurlauben starte ich dann doppelt so schnell los.

Was macht Ihnen am Schreiben am meisten Spaß?

Ich liebe es, wenn in meine erschaffenen Figuren eine spannende Lebendigkeit einzieht, und die Handlung in meinem Kopf schon bald darauf wie in einem Film abläuft.

Was tun Sie, wenn Sie beim Schreiben mal nicht so vorwärtskommen wie Sie wollen?

Dieses Gefühl kenne ich leider, wenn ich den Kopf schon voll habe vom Alltagsstress.

Aber das geht zum Glück sehr schnell vorbei, sodass ich über ein „Schreibtief“ noch nicht ernsthaft nachdenken musste. Meist hilft ein langer Spaziergang, und schon purzeln die Sätze wieder aufs Papier.

Gibt es ein besonderes schriftstellerisches Vorbild in Ihrem Leben?

In meiner Kindheit war es Martin Andersen Nexoe. Seinen Roman „Ditte Menschenkind“ habe ich immer wieder aufs neue verschlungen. Heute lese ich gern diverse KrimiautorInnen, aber auch beflügelnde Romane zum Träumen, wie Rosamunde Pilcher sie schreibt, u.v.m.

Welche Bedeutung kommt Schreiben heute in Ihrem Leben zu?

Schreiben hat mein Leben nicht nur auf den Kopf gestellt - Schreiben ist mein Leben! Nichts ist aufregender als Schreiben. Jede auch noch so kleine Geschichte schreibe ich mit Herzblut.

Schreiben macht mich glücklich. Am liebsten würde ich nur noch schreiben. Aber es ist nicht leicht, vom Schreiben allein leben zu können. Dennoch ist Schreiben berauschend schön. Schauen wir mal, wie es so weiter läuft.

Frau Barth, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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