Sie sind hier:Teilnehmer / Förderpreise / 2007 / 

Ein deutscher Trapper in Kanada

Fritz Dieck lebt und arbeitet seit

über 30 Jahren als Trapper in Kanada.

Schon bei seinem ersten Besuch

war für ihn klar, dass er nicht mehr

nach Deutschland zurückkehrt.

 

Auf den ersten Blick sieht Fritz Dieck aus, wie man sich einen typischen kanadischen Ranger eben vorstellt: Seinen Cowboyhut hat er tief ins Gesicht gezogen. Seitlich stehen seine grauen Locken hervor und unter seinem beigefarbenen Overall trägt er einen Fellkragen. Vermutlich Fuchs. Auf seiner großen Gürtelschnalle prangt ein Adler und an den Füßen trägt er schwarze Boots. Seine Hände sind riesig und haben Narben. Manche Fingernägel sind plattgedrückt und haben Blutergüsse. Ein Zeichen von der harten körperlichen Arbeit. Aber seine blauen Augen leuchten, wenn er erzählt. Und trotz seiner 66 Jahre hat er rosige Wangen und diese jugendliche, frische Ausstrahlung. „Das muss an der Arbeit in freier Natur liegen“, lacht er.

Seit über 30 Jahren lebt Fritz Dieck nun schon in Kanada und arbeitet dort

als Trapper (deutsch: Fallensteller). Der gebürtige Rheinländer hat bereits mit fünf Jahren in Deutschland mit dem Jagen und Fallenstellen angefangen. Eine Freundin seiner Eltern, die eine jagdlich sehr engagierte Gutsherrin war, erkannte sein Talent und hat ihm viele Techniken und Geheimnisse über das Fallenstellen beigebracht.

1974 besuchte er seinen heutigen Wohnort British Columbia zum ersten Mal und war von der Region mit ihren unzähligen kristallklaren Seen, endlosen Bergen und der Vielfalt seiner reichen Tierwelt fasziniert. Zwei Jahre später machte er ein Trapper- Seminar am College in Prince George, welches er erfolgreich abschloss. 1982 wurde er zertifizierter Trapper und gründete 1985 die „Native Trapper`s School of B.C. Canada Ltd.“. Sein Gebiet (die sog. Trapline) umfasst 140.000 Hektar und liegt mitten in der Wildnis des Hochgebirges der Coast Mountains.

„Der nächst gelegenste bewohnte Ort ist eine Stunde und zehn Minuten entfernt“, sagt er und hebt dabei den Zeigefinger, „mit dem Flugzeug!“ Zu einsam ist es ihm dort oben nicht. Er liebt diese Stille. Manchmal stellt er draußen seine

Kupferbadewanne auf, heizt das Wasser mit einem Feuer an und schaut dann, in der Wanne liegend, auf die Berge. Echte Lagerfeuerromantik! Es kommt auch schon mal vor, dass er für das Fallenstellen tagelang unterwegs ist. Dann übernachtet er draußen in Trappercabins, kleinen Bretterverschläge, die er über die Jahre überall in seinem Revier aufgestellt hat oder schläft in einem teepee (Indianerzelt).

Diese stehen auch den Gästen zur Verfügung, denn damit auch andere in den Genuss dieser abenteuerlichen Lebensweise kommen, beherbergen er und seine Frau bis zu zehn Mal im Jahr, jeweils für zwei Wochen, Urlauber aus aller Welt. Sie bieten Trapperseminare, Fotoexkursionen oder Überlebenstrainings an. Um den Gästen dennoch außergewöhnlichen Luxus zu bieten, hat Fritz Dieck eine Sauna in der Nähe des Haupthauses gebaut. Aus dem Ruheraum hat man einen wundervollen Panoramablick auf einen der über 30 fischreichen Bergseen und schneebedeckten Hänge der Berge.

Ob er irgendwann einmal zurückkehrt nach Deutschland? „Nein, wieso auch?“, fragt er und lächelt zufrieden „Mein Leben ist doch wunderbar!“

 

Entdecken Sie jetzt
Ihr Schreibtalent
 
  Schreiben lernen mit dem Leitfaden von der Schule des Schreibens Herr Frau
Persönliche Beratung Online anmelden Gratis-Newsletter