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Ein erfrischender Urlaub
Von Haidemarie Heinz
Plötzlich erschien die Wohnung muffig und eng, und ich schaute meinen Sohn ungläubig an. Seit Wochen freuten wir uns auf diesen Kurzurlaub in unserem Lieblingshotel, und nun mutete unser Sohn uns zu, dass wir darauf verzichten sollten?
Auch Werner wirkte enttäuscht und schaute Wolfgang finster an.
„Eine Dienstreise? Und die müsst ihr ausgerechnet während unserer Urlaubswoche machen?“, fragte er verärgert.
„Ja doch, denn auf Anna könnt ihr doch nur aufpassen, wenn ihr Urlaub habt“, stellte Wolfgang fest. „Glaub mir, Vater, es fällt mir nicht leicht, euch darum zu bitten. Aber diese Dienstreise ist so schrecklich wichtig für uns.“
„Und warum bleibt Doris nicht bei Anna?“, wunderte sich mein Mann.
„Sie muss unbedingt mit mir kommen, weil sie die Korrespondenz geführt hat. Außerdem kann sie besser Englisch. Und die Gelegenheit haben wir nicht so bald wieder, mit den Amerikanern ins Geschäft zu kommen. Ihr würdet uns ungeheuer helfen, wenn ihr Anna in der Zeit zu euch nehmt!“
Was sollten wir da noch sagen? Während mein Mann mir einen verärgerten Blick zuwarf, ging die Tür auf und Schwiegertochter Doris kam mit der dreijährigen Anna herein. Die Kleine lief zu meinem Mann, kletterte auf seinen Schoß und legte ihm mit einem süßen Lächeln die Ärmchen um den Hals. Und somit war die Sache entschieden.
Kein Urlaub im Wellnesshotel LaVie, dafür eine Woche Babysitten.
„Also gut!“, seufzte Werner. „Mein Rücken hätte die Massagen im LaVie zwar bitter nötig, aber wenn wir uns um Anna kümmern müssen, dann werde ich eben darauf verzichten müssen.“
„Wir machen es uns zu Hause gemütlich“, tröstete ich ihn. „Und den Rücken kannst du dir ja auch hier massieren lassen.“
„Aber warum wollt ihr denn nicht trotzdem wegfahren?“, fragte meine Schwiegertochter verwundert. „Anna ist doch kein Baby mehr.“
Anna sah ihren Großvater aus großen Augen an und schüttelte den Kopf.
„Mit dem Kind ins LaVie?“, meinte Werner zweifelnd. „Da würde sie sich doch zu Tode langweilen!“
„Nicht ins LaVie, aber warum wollt ihr nicht in das Familienhotel fahren, in dem wir im Herbst waren?“, meinte Wolfgang. „Da ist es auch sehr schön. Ihr habt alle Annehmlichkeiten, die es in einem Wellnesshotel gibt, Sauna, Schwimmbad, Massagen, Friseur, Kosmetikerin, nur dass sie eben auch auf Kinder eingestellt sind.“
„Familienhotel?“ Skeptisch sah Werner mich an. „Was meinst du?“
Familienhotel – das war nicht unbedingt das, wovon ich träumte. Herumtobende Kinder, schreiende Babys, gereizte Eltern! Diese Urlaube hatte ich für überwunden gehalten, seit meine Kinder keine Kinder mehr waren.
Doch ich wollte weg. Weg aus der nebligen Stadt, weg von der Firma, vom üblichen Trott, von den täglichen Pflichten. Und – zum ersten Mal mit unserer kleinen Enkelin zu verreisen – das konnte ja durchaus reizvoll sein. Es war schon schön, wenn sie zwei Mal die Woche für ein paar Stunden bei uns war, aber mit ihr eine ganze Woche wegfahren – das wäre eine neue Erfahrung. Fragte sich nur, ob es Werner zusagte. Eher nicht.
„Ich finde, es klingt interessant. Wir sollten es machen“, stellte ich fest und suchte im Geiste nach überzeugenden Argumenten.
Doch zu meiner Überraschung war Werner ohnehin schon – überredet, von der Kleinen auf seinem Schoß nämlich.
„Willst du mit Omi und Opa eine Woche wegfahren?“, fragte er sie.
Sie wippte begeistert und näherte sich seinem Ohr, um ihm etwas hineinzuflüstern. Was es war, konnten wir nicht hören, doch Werners Schmunzeln verriet mir, dass es sich wahrscheinlich wieder um ein „süßes Geheimnis“ handelte. Schokolade oder Gummibärlis, welche sie von ihren Eltern nicht bekam.
Wolfgang und Doris tauschten erleichterte Blicke. Sie hatten es wieder einmal geschafft, uns herumzukriegen, und vermutlich war es einfacher gewesen, als sie befürchtet hatten.
Das Hotel war großzügig und von oben bis unten kindergerecht ausgestattet. Der junge Mann an der Rezeption eroberte sich sofort unsere Sympathien, als er uns – ob nun versehentlich oder mit Kalkül – für Annas Eltern hielt.
Dass es erwartungsgemäß kein allzu geruhsamer Urlaub sein würde, merkten wir schon beim Betreten des Hauses an der Lärmkulisse, die uns empfing und begleitete, wo immer wir hingingen. Doch damit mussten wir uns eben anfreunden. Anna, die sich an das Haus sofort wieder erinnerte, übernahm stolz die Rolle der Fremdenführerin und zeigte uns alle Attraktionen: Kinderspielplatz im Haus, Kinderspielplatz im Freien, Hallenbad mit Kinderplanschbecken, Speisesaal mit Kindersitzen, Kindergarten mit Tante.
Nach einem halben Tag hatten wir uns an die jungen Familien, die herumtobenden Kinder und die schreienden Babys gewöhnt und taten so, als wäre das unser gewohntes Milieu, auch wenn wir eindeutig die ältesten der anwesenden „Eltern“ waren.
Anna fühlte sich sichtlich wohl und das war das Wichtigste.
„Was denkst du – sollen wir uns zum Abendessen umziehen?“, fragte ich
Werner, bevor wir am frühen Abend in den Speisesaal gingen.
„Aber nein! Sicher kommen alle in Jeans und Pullover zum Essen“, meinte er. „Außerdem sind die Zeiten ohnehin vorbei, wo man sich für das Abendessen in Schale wirft.“ Jeans und Pullover. Auch gut. Dann wurden die eleganten Klamotten eben wieder ungetragen Nachhause gebracht.
Natürlich hatte Werner Recht mit seiner Einschätzung. Die saloppe Kleidung der jungen Eltern im Speisesaal unterschied sich in nichts von ihrer Tageskleidung und als wir das lebhafte Treiben rund um uns beobachteten, konnte wir es auch verstehen. Mit Kleinkindern sind Flecken am Gewand unvermeidlich, und das eleganteste Kleid samt Stöckelschuhen verliert seine Wirkung, wenn man darin einem Kind nachjagen muss.
Doch dann entdeckte ich eine Ausnahme.
Als ich mich mit Anna am kalten Buffet anstellte, stand eine Frau vor uns, die sich auffallend von den anderen Gästen unterschied. Sie war ungefähr dreißig, langbeinig, vollbusig und kurvenreich. Ihre Formen wurden eindrucksvoll durch eine hautenge Hose aus giftgrün-glänzendem Satin und eine tief dekolletierte Glitzerbluse betont. Dazu trug sie hochhackige goldene Stiefeln mit Plateausohlen und um die Taille schlang sich ein breiter goldener Gürtel. Das auffallend geschminkte Gesicht wurde von einer wasserstoffblonden Lockenmähne umrahmt und die Ohrläppchen zierten große, glitzernde Clips.
Von welcher Seite man sie auch betrachtete, man wurde den Eindruck nicht los, dass es sich um eine Dame des horizontalen Gewerbes handelte – und zwar in Arbeitskleidung.
Was hatte diese Frau in einem Familienhotel verloren? Konnte es sein, dass sie hier Kunden suchte? Und vielleicht sogar fand? Vielleicht ja war sie mit ihrem Kind im Urlaub. Aber wozu dann diese Aufmachung?
Auch Anna musterte die Frau mit großen Augen von unten nach oben und sah ihr interessiert zu, wie sie sich am Buffet bediente. Während ich mir noch über Beruf und Intentionen dieser Frau den Kopf zerbrach, nahm mich die Kleine an der Hand und zog mich hinunter.
„Diese Frau gefällt mir so gut“, flüsterte sie mir ins Ohr. „Glaubst du, sie ist eine Prinzessin?“
Ich schluckte meine Verblüffung hinunter und zuckte die Achseln.
„Vielleicht“, räumte ich schmunzelnd ein – denn was sonst hätte ich darauf sagen sollen?
Ich musste auch noch schmunzeln, als wir mit gefüllten Tellern zu unserem Tisch zurückkehrten.
„Was amüsiert dich so?“, wollte mein Mann wissen.
„Wir haben eine Prinzessin gesehen!“, nahm mir Anna die Antwort ab.
„Oh!“, wunderte sich Werner und sah sich suchend untern den Jeans-tragenden Müttern um. Doch die Prinzessin war nicht mehr zu sehen.
Wieder im Zimmer, schaltete Werner den Fernsehapparat ein, während ich die Kleine zu Bett brachte. Allmählich wurde das Lärmen vor unserem Zimmer schwächer. Keine trippelnden Schrittchen mehr im Korridor, kein Quietschen und Schreien, keine tadelnden Rufe der Eltern. Gegen 9 Uhr breitete sich wohltuende Stille im Haus und Schläfrigkeit in mir aus. Auch der Krimi im Fernsehen schaffte es nicht, mir die Augen offen zu halten. Ich ging ins Badezimmer, um mir das Gesicht zu reinigen und betrachtete mich lange im Spiegel.
Du siehst beinahe so alt aus, wie du bist – stellte ich frustriert fest. Mein Gesicht war blass und wirkte müde, das Haar hing mir fahl und glanzlos in die Stirn, und die Jeans und der unscheinbare graue Pulli unterstrichen die triste Wirkung noch. Ich beschloss, am nächsten Tag den Friseur im Hotel aufzusuchen. Ich brauchte einen flotten Haarschnitt, eine Farbauffrischung und vielleicht ein paar helle Mèchen. Und dann musste ich unbedingt zur Kosmetikerin.
Die paar Stunden allein mit Anna konnte ich Werner schon zumuten.
Er nahm es denn auch erfreulich gelassen, dass ich am nächsten Tag zum Friseur gehen wollte. Er würde mit Anna einen Spaziergang machen und danach mit ihr ins Schwimmbad gehen. Ich nahm an, dass ich in höchstens drei Stunden fertig sein würde, doch die brauchte ich allein schon beim Friseur – und danach war ich noch fast eine Stunde bei der Kosmetikerin. Dementsprechend schlecht war mein Gewissen, als ich nach vier Stunden auf unser Zimmer eilte. Aber meine Befürchtung, eine quengelnde Enkelin und einen schlecht gelaunten Ehemann vorzufinden, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Entspannt saßen sie auf der Polsterbank und Werner las ihr aus einem neuen Kinderbuch vor. Erleichtert setzte ich mich zu ihnen. Werner nahm die Brille ab und musterte wortlos, doch interessiert meine Frisur.
„Habt ihr es schön gehabt?“, fragte ich.
„Ja!“, rief Anna fröhlich. „Der Opa hat mir dieses Buch gekauft. Und dann habe ich eine Schokolade und Gummibärlis gekriegt – und nach dem Essen einen Eislutscher.“
Ich lächelte amüsiert über die verbotenen Tricks, mit welchen Werner sich durchgeschlagen hatte.
„Und im Schwimmbad war die Prinzessin“, fuhr Anna fort. „Sie war die ganze Zeit gleich neben uns. Und sie hat mit uns ganz lieb geredet!“
Das Lächeln verging mir schlagartig.
„Oh!“, gab ich von mir und schaute Werner verwundert an – doch der studierte wieder konzentriert das Kinderbuch.
„Die Prinzessin war wieder so wunderschön angezogen“, plapperte Anna weiter. „Ihre Badehose war ganz aus Gold – und auf ihren Schuhen waren Edelsteine. Und ein durchsichtiges Kleid hat sie gehabt, das war wie ein Schleier.“
Wie genau ich sie vor mir sehen konnte – diese Prinzessin mit der goldenen Badehose. Vermutlich war es ein Tanga und sie ging oben ohne, den üppigen Busen nur bedeckt mit diesem durchsichtigen Schleier, der mehr verriet als er verhüllte.
Werner schmunzelte kaum merklich, schließlich legte er das Kinderbuch beiseite und stand auf.
„Zeit, sich fürs Essen umzuziehen“, stellte er fest.
„Umziehen?“, wunderte ich mich. „Ich dachte, man wirft sich nicht mehr in Schale?“
„Ach was – ich fühle mich einfach besser mit Rock und Krawatte.“
„Ich will auch ein schönes Kleid anziehen“, beschloss Anna und lief zum Kleiderschrank. Drei süße Kleidchen hatte sie mit, doch zu ihrem großen Bedauern waren sie ohne jede Spur von Gold, Silber oder Glitzer. Da fiel ihr die Wahl natürlich schwer. Während ich sie anzog, leistete sich mein Mann eine auffallend gründliche Nassrasur und verließ das Badezimmer eingehüllt in einer Duftwolke von Rasierwasser.
Wenn ich nicht wie Aschenputtel neben ihnen wirken wollte, musste ich mich ebenfalls umziehen. Overdressed wollte ich allerdings auch nicht erscheinen, und das richtige Maß zu finden, war gar nicht so einfach. Violette Seidenbluse und schwarze Georgette-Hose war schließlich die Lösung, und dazu gehörte auch ein dezentes Make-up. Und das alles brauchte natürlich seine Zeit, doch Werner zeigte sich überraschend geduldig.
An diesem Abend war es nicht nur die Prinzessin, die Aufsehen erregte. Die verwunderten Blicke der Gäste, die uns im Speisesaal folgten, machten mich eher verlegen. Kaum hatten wir am Tisch Platz genommen, schnappte sich Werner die Kleine und ging mit ihr zum Buffet.
Und da stand sie wieder in voller Pracht – die Prinzessin – aufgetakelt wie ein Zirkuspferd. Bewundernd hingen Annas Augen an ihr und Werner nickte ihr freundlich zu.
Annas Begeisterung für die Prinzessin schien ansteckend zu sein und es war vermutlich ratsam, dass ich meinen Mann nicht mehr zu viel mit der Kleinen allein ließ.
„Die Prinzessin ist wieder da“, rief mir Anna denn auch gleich freudestrahlend zu, als sie zum Tisch zurückkamen und Werners aufgeräumte Miene ärgerte mich.
„Und? Ist sie im Dienst?“, fragte ich ihn schnippisch.
„Kein Ahnung“, meinte er mit unschuldigen Augen. „Wie soll ich das wissen?“
Beim Frühstück war die Prinzessin nicht zu sehen. Eine Frühaufsteherin war sie also nicht, wie alle Leute, die in erster Linie nachts arbeiten. Am Vormittag machten wir mit Anna einen Spaziergang und nach dem Mittagessen hatte Werner einen Massagetermin. Also ging ich mit Anna allein ins Schwimmbad. Die Prinzessin war zu ihrer Enttäuschung nicht da, dafür dauerte Werners Massage so lange, dass ich langsam unruhig wurde. Nach drei Uhr tauchte er endlich im Schwimmbad auf.
„Wo warst du so lange?“, fragte ich ihn ungehalten.
„Erst bei der Massage und danach beim Friseur.“
Sein Haar war zwar tatsächlich kürzer, doch wie viel Zeit konnte ein Herrenhaarschnitt schon brauchen?
Ungläubig schaute ich ihn an.
„So lange?“
„Lange?“, meinte er amüsiert. „Du warst gestern vier Stunden beim Friseur.“
Ihm zu erklären, dass es etwas anderes ist, wenn eine Frau zum Friseur geht, wäre sinnlos gewesen. Dass gleich darauf die Prinzessin auftauchte, freute zwar Anna, doch mir missfiel es gründlich. Nicht, dass ich Werner verdächtigt hätte, doch mir wurde klar, dass ich ihn tatsächlich gut überwachen musste. Man kann ja nie wissen, was einem Mann so einfällt.
Wie im Flug vergingen die Tage und ich ließ Werner die ganze Zeit nicht aus den Augen. Wenn er ein Mittagsschläfchen machte, blieb ich mit Anna auch im Zimmer. Wir begleiteten ihn zu seinen Massagen und holten ihn wieder ab und ins Schwimmbad gingen wir prinzipiell gemeinsam. Vor dem Abendessen pflegte Werner eine halbe Stunde im Badezimmer zu verbringen. Er rasierte sich besonders gründlich, trimmte sich auf jugendlich und putzte sich heraus, als würden wir ins Theater gehen und natürlich musste auch ich mich dann umkleiden und herrichten.
Zu meiner Verwunderung war auch im Speisesaal eine Veränderung feststellbar. Wir waren nicht mehr die Einzigen, die nicht in Jeans und Pullover erschienen. Jeden Abend waren es ein paar Gäste mehr, die sich zum Essen umkleideten. Doch die Prinzessin übertraf natürlich alle und Annas Interesse an ihr wuchs und wuchs – und sichtlich auch das meines Mannes.
Doch schließlich war die Woche um und wir befanden uns auf dem Heimweg. Werner saß hinter dem Steuer und Anna schlief friedlich im Kindersitz und träumte – von der Prinzessin vermutlich.
„Tut es dir Leid, dass wir in dieses Familienhotel gefahren sind?“, fragte ich Werner.
„Absolut nicht. Ich habe es sogar sehr schön gefunden.“
„Tatsächlich? Und hast du dich auch ein wenig erholt?“
„Aber ja“, stellte er fest und schmunzelte vor sich hin. „Es war sogar sehr erholsam und – erfrischend. Wir sollten unbedingt wieder hinfahren, wenn sie uns Anna wieder anvertrauen wollen.“
„Erfrischend?“, fragte ich verwundert. „Wie meinst du das?“
„So interessante Gäste hätte es im LaVie nicht gegeben.“
„Interessante Gäste? Du meinst doch nicht etwa – die Prinzessin?“
„Doch! Genau die meine ich.“
„Die hast du also erfrischend gefunden? Wie aufschlussreich!“
„Du missverstehst mich“, sagte er schmunzelnd. „Nicht sie war es, die ich erfrischend fand.“
„Sondern Anna?“
„Auch nicht Anna, sondern dich“, sagte er und warf mir ein spitzbübisches Lächeln zu. „Du hast dich schon lange nicht mehr so herausgeputzt und so gut auf mich aufgepasst – und das hat mir ausgesprochen gut getan.“
Hieß das, dass mir der Halunke sein Interesse an der Prinzessin nur vorgespielt hatte?
Mein Ärger darüber währte nicht lange und schließlich musste ich auch lächeln.
„Du alter Gauner“, brummte ich mit gespielter Empörung.
Muffige Luft empfing uns zu Hause, die heruntergelassenen Jalousien ließen kein Licht ein und eine Staubschicht lag auf allen Möbeln. Trotzdem kam mir die Wohnung hell und freundlich vor. Ich fühlte mich erholt und gut gelaunt wie schon lange nicht nach einem Urlaub und natürlich fragte ich mich, woran das lag.
Anna hätte wahrscheinlich gesagt – weil wir den Urlaub mit einer Prinzessin verbracht hatten.
Das Urteil der Jury:
"Eine humorvoll angelegte Geschichte, amüsant und nicht ohne Überraschungen, wenn auch nicht immer glaubwürdig."



