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Trockener Sommer: Wasser wird knapp

- Wassersparende Tips rund ums Haus -

"Aus jedem Hahn in jedem Haus strömt klares Wasser dann heraus" lautet ein Vers aus dem Richtspruch für ein neues Wasserwerk. Das ist in unseren Breiten eine Selbstverständlichkeit. Wer macht sich da schon Gedanken über das Trinkwasser oder über dessen aufwendige Aufbereitung, bis es endlich "klar" aus der Leitung strömt? Besonders an heißen Sommertagen, wenn man täglich eine oder sogar mehrere erfrischende Duschen nimmt oder mit dem Schlauch seinen Garten großzügig wässert? In Spitzenzeiten verbraucht ein Deutscher pro Tag 140 Liter Wasser! Wenn er sie aus einem Brunnen holen müßte, hätte er vierzehn Eimer Wasser nach Hause zu tragen!
Deutschland zählt zu den wasserreichen Ländern. Dennoch herrscht in manchen Gegenden im Sommer große Trockenheit. Die Bewohner in und um Frankfurt, die ihr Trinkwasser aus dem hessischen Ried beziehen, können ein Lied davon singen. Wenn in sehr trockenen Perioden der Grundwasserspiegel wegen zu hoher Entnahmen bedrohlich sinkt, ordnen die Gemeinden Wassersparen an. Aber muß es denn erst von oben herab bestimmt werden? Können wir nicht selbst ohne Aufforderung einen kleinen Beitrag leisten und sorgsamer mit dem Wasser umgehen?
Machen wir doch einmal einen kleinen Rundgang durch unser Haus oder durch unsere Wohnung und schauen uns um, wo wir Wasser einsparen können. Morgens suchen wir nach dem Aufstehen in aller Regel das "stille Örtchen" auf. Das wiederholt sich je nach Größe der Familie bis zu zwanzig Mal! Einmal auf die Spülung gedrückt, und schon rauscht eine Menge Trinkwasser (!) in den Abwasserkanal. Dabei bringt der Einbau eines modernen Spülkastens mit Stoptaste eine Ersparnis von sage und schreibe vierzig Prozent Wasser! Wem eine solche Anschaffung zu teuer ist oder wer zur Miete wohnt, greift in Großvaters Trickkiste: er legt einen Ziegelstein in den Spülkasten. Diese altbewährte Methode verringert das Volumen im Kasten, und das Ergebnis ist verblüffend: Auch mit diesem einfachen Mittel sinkt der Wasserverbrauch im WC um 40 Prozent!
Am Waschbecken, in der Dusche oder beim Einlaufen des Badewassers drehen wir oft minutenlang den Kalt- und Warmwasserhahn abwechselnd auf und zu, bis endlich das richtig temperierte Wasser aus dem Hahn läuft. Unverbrauchtes Wasser geht gleich literweise verloren. Da ist der Einhandmischer viel sparsamer und komfortabler. Wasser fließt in der gewünschten Temperatur schnell und ohne Verlust ins Waschbecken, in die Badewanne oder aus der Duschbrause.
Apropos Badewanne: Wer duscht, anstatt zu baden, spart ebenfalls. Ein Vollbad verbraucht etwa dreimal soviel Wasser und auch Energie wie sechs Minuten duschen. Und ein tropfender Wasserhahn kostet Sie mindestens fünfzehn Mark pro Jahr, und eine neue Dichtung aber nur ein paar Pfennige.
Zähneputzen ist das A und O für gesunde Zähne. Aber muß es denn unter fließendem Wasser sein? Ein Becher voll Wasser genügt vollauf, um den Mund auszuspülen und die Zahnbürste zu säubern.
Nach der Morgentoilette gehen wir in die Küche, ein Gang, den fast jeder jeden Tag macht. Wir freuen uns auf eine Tasse duftenden Kaffees und auf ein Frühstücksei. Die klassische Methode, ein Ei zu kochen, nämlich einen Topf voll Wasser zu erhitzen, ist verschwenderisch und teuer. Ein Eierkocher braucht nur ganz wenig Wasser - hier können Sie sogar mit einem Meßbecher bequem regulieren, wie hart oder weich das Ei sein soll. Außerdem sparen Sie Energie, denn der Eierkocher erhitzt sich viel schneller als ein mit Wasser gefüllter Topf auf dem Herd.
Zum Mittagessen wollen wir - vor allem im Sommer - einen knackigen Salat essen, vielleicht sogar aus dem eigenen Garten. Natürlich muß er sorgfältig gewaschen werden. Aber gießen Sie das Wasser nicht einfach in den Ausguß. Heben Sie es auf. Als Gießwasser für Ihre Zimmerpflanzen ist es allemal noch gut genug.
Gemüse und Kartoffeln müssen nicht im Kochtopf schwimmen. Um sie zu garen, reicht es aus, wenn sie knapp mit Wasser bedeckt sind. Ein nützlicher Nebeneffekt: es werden nicht so viele wertvolle Vitamine ausgeschwemmt wie bei einem "Vollbad" des Gemüses. Und die Brühe können Sie als Grundlage für eine Suppe nutzen.
Nach dem Essen kommt der leidige Abwasch. Wenn Sie einen Geschirrspüler besitzen, dann nutzen Sie ihn auch, anstatt den Behauptungen einiger besonders "versierter" Hausfrauen Glauben zu schenken, das Geschirr werde in der Maschine nicht richtig sauber. Wenn die Teller doch einmal Soßenflecke zieren sollten, probieren Sie einfach ein besseres Spülmittel; denn feststeht: Ein Geschirrspüler verbraucht erheblich weniger Wasser als das herkömmliche Spülen per Hand. Aber Achtung: Es reicht völlig, wenn Sie das Geschirr mit einer Gabel von den groben Speiseresten befreien oder mit Zeitungspapier abreiben. Das Vorspülen, womöglich noch unter fließendem Wasser, ist reine Verschwendung. Und schalten Sie nur einen völlig gefüllten Geschirrspüler ein. So nutzen Sie den Spareffekt optimal.
Eine weitere, althergebrachte Gewohnheit, mit der Sie brechen sollten, ist, die Spüle, das Waschbecken, Dusch- und Badewannen unter fließendem Wasser zu reinigen. Ein Eimer mit Essigwasser und ein Lappen zum Wischen leisten die wirkungsvolleren Dienste und sparen Wasser.
Untersuchen wir nun die Prozedur des Wäschewaschens. Die Zeiten des Waschbrettes sind in den industrialisierten Ländern ja gottlob vorbei. In nahezu jedem Haushalt steht eine Waschmaschine. Besonders in Familien mit Kindern läuft sie mehrmals in der Woche, oft täglich. Wenn der Sohn oder die Tochter unbedingt das Lieblings-T-Shirt oder -kleid anziehen wollen, ist man als Mutter oft versucht, nur eine halbe Ladung Wäsche zu waschen. Aber selbst beim Sparprogramm braucht die Maschine in der Regel kaum weniger Wasser als beim Vollprogramm. Also vertrösten Sie Ihre Kinder auf den nächsten Tag! Dann ist die Maschine bestimmt wieder voll. Und die Vorwäsche können Sie sich auch sparen, denn heute sind die meisten Waschmittel so konzentriert, daß sie selbst den hartnäckigsten Schmutz aus den weißen Tennissocken und den Fußballkleidungen löst.
Verlassen wir nun das Haus und suchen den Garten auf: Gerade in trockenen Sommern verschlingen die Pflanzen eine Unmenge an Wasser. Die beste Methode, hier Trinkwasser einzusparen, ist das Auffangen von Regenwasser. Ganz problemlos können Sie Regenfässer an die Dachrinne anschließen. Oder wenn Sie Platz haben und es Ihren finanziellen Rahmen nicht sprengt, legen Sie eine unterirdische Zisterne an. Dann können Sie auch während der übrigen Jahreszeiten Wasser für trockene Sommer sammeln.
Übrigens: Mit Regenwasser können Sie auch die Zimmerpflanzen gießen. Es ist oft besser als das kalkhaltige Leitungswasser.
In manchen Gärten läuft der Rasensprenger stundenlang in der prallen Sonne. Natürlich ist ein grüner Rasen schöner als ein brauner. Aber ist er das kostbare Trinkwasser wirklich wert? Ein trockener Rasen erholt sich nach einem Gewitter sehr schnell.
Noch ein Tip: Wässern Sie den Garten und - wenn's denn unbedingt sein muß - den Rasen nur in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend. Ansonsten läßt die heiße Sonne das Wasser verdunsten, bevor es überhaupt die Wurzeln der Pflanzen erreicht hat.
Werfen wir zum Abschluß unseres Rundganges einen Blick in die Garage: Das Auto, des Deutschen liebstes Kind, wird oft mehr gepflegt, gehegt und gewaschen als der eigene Körper. Sie sollten Ihr Auto nicht selbst waschen. Mittlerweile ist das in vielen Gemeinden sowieso verboten. Fahren Sie in eine moderne Waschanlage, die das Brauchwasser sammelt und wieder zu Waschwasser aufbereitet.
Sommerzeit bedeutet auch Urlaubszeit: Kontrollieren Sie vor Antritt Ihrer Reise alle Wasserhähne, ob sie richtig zugedreht sind. Wenn möglich, stellen Sie das Wasser ganz ab. Das schützt Sie auch vor unliebsamen Überraschungen wie zum Beispiel den Folgen eines Wasserrohrbruches. Und denken Sie auch an Ihrem Urlaubsort ans Sparen. Denn vor allem die Länder im Süden Europas leiden unter chronischem Wassermangel.
Sie sehen, auch mit kleinen Tricks und Mitteln, die nicht zeitaufwendiger sind als die eingefahrenen Gewohnheiten, kann jeder von uns dazu beitragen, Wasser und auch Geld zu sparen und etwas für die Umwelt zu tun, denn Wasser ist die Grundbedingung für die Entwicklung allen Lebens, auch für uns Menschen.

 

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