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Angst

Sie stand an der Bushaltestelle. Beobachtete die vorbeifahrenden Autos, deren Schatten sich in der heißen Sommersonne spiegelten. Die Temperatur war extrem hoch.

Mia mochte den Sommer nicht. Ihr Gesicht wurde rot, die Kleidung klebte an ihrem Körper. Sie spürte die Hitze in ihrer Brust.

Mia wünschte sich, es wäre Winter. Sie liebte ihn. Wenn es so richtig kalt war, konnte sie sich am besten entspannen. Die Röte verschwand aus ihrem Gesicht, die Nervosität ließ nach. Sie genoss es, die Kälte an ihren Wangen zu spüren. Es machte ihr nichts aus, wenn sie fror. Denn so war die Angst nicht so stark. Und unsichtbar.

Der Bus fuhr heran. Mia stieg ein. Es stank nach Schweiß. Sie nahm die Blicke der Leute wahr, alle sahen sie an. Unsicher suchte sie nach einem freien Platz. Doch der Bus war voll. Am liebsten wäre Mia wieder ausgestiegen, sie fühlte sich unwohl. Nervosität kroch in ihr hoch, ihr Gesicht wurde heiß, ein beklemmendes Gefühl in ihrer Brust. Die Angst war wieder da.

„Verschwinde doch, blöde Angst!“ dachte Mia. Doch sie wusste, dass sie hilflos war. Die Angst kam immer wieder, und Mia konnte nichts dagegen tun.

Sie ging nach hinten, dort standen weniger Leute, und stellte sich in die Ecke. Mia sah aus dem Fenster. Versuchte, die Angst zu ignorieren.

Der Bus fuhr los. Mia konnte die Menschen und die Dinge, die draußen vor der Fensterscheibe auftauchten, nicht richtig wahrnehmen. Ihr Herz schlug schnell. Sie spürte, wie die Angst ihren Körper beherrschte. Ihr Gesicht war rot wie eine Tomate, sie schwitzte. Unter den Achseln hatten sich bereits kleine Schweißflecken gebildet.

„Ich muss noch ein paar Minuten durchhalten.“ Mia merkte, wie die Symptome stärker wurden. Eine Frau, die neben ihr stand, sah sie an. Mia hasste es, angestarrt zu werden. Das machte sie nervös. Noch mehr, als sie es sowieso schon war. Außerdem fühlte sie sich ertappt.

Der Bus hielt an der Haltestelle. Schülergeschrei war zu hören. Irgendwo hupte jemand. Mia stieg aus. Sie war froh, endlich nach draußen zu kommen. Die Hitze in ihrem Gesicht verschwand allmählich, die Nervosität ließ nach. Mia genoss es, frische, unverbrauchte Luft einzuatmen. Sie entspannte sich sofort. Und lächelte.
Ein kleines Kind weinte. Mia blickte auf und sah es am Gehsteigrand sitzen. Das Mädchen schien sich das Knie angeschlagen zu haben.

Mia hatte schon lange nicht mehr geweint. Sie konnte es nicht. Vielleicht war sie auch nicht traurig genug. Obwohl ihr oft nach Weinen zumute war, wollten die Tränen nicht kommen. Sie hatte das Gefühl, als ob sie irgendetwas am Weinen hindern würde. Es könnte die Angst sein.

Mia musste einkaufen. Am Ende der Straße befand sich ein Lebensmittelgeschäft. Dort machte sie meistens ihre Einkäufe. Sie kannte sich gut aus, außerdem waren nie viele Leute im Laden. Sie war nervös. Warum, wusste sie nicht. Sie spürte die Anspannung in ihrem Körper. Mia lief rasch durch die Regale, nahm die Dinge, die sie brauchte und ging schnellen Schrittes zur Kasse. Sie spürte wieder die Röte in ihrem Gesicht, es war ganz heiß. Sie fühlte sich unwohl, fehl am Platze. „Alle starren mich an“, dachte Mia und gab die Nahrungsmittel auf das Förderband. Sie spürte, wie die Nervosität zunahm. Umständlich kramte sie in ihrer Tasche nach dem Portemonnaie und bezahlte. Erleichtert verließ sie den Laden.

Die Anspannung ließ nach. Aber Mia war traurig. Egal, wo sie war, wenn Leute in ihre Nähe kamen, spürte sie diese unerklärliche Nervosität. Sie durften sie nicht ansehen, nicht mit ihr sprechen, sie nicht berühren. Sie hatte Angst. Vor Menschen.

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