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Nachts ist was los bei Marki

Marki steigt gerade ins Bett. Allein. Denn die Eltern sind ausgegangen. Er kann kaum noch die Augen offen halten. Schließlich ist es schon beinah elf. Als er das Licht ausgeknipst hat, geht die Tür einen Spalt auf. Juli steht da, seine große Schwester.

“Sag es aber ja nicht der Mama, dass du den Krimi hast mit mir angucken dürfen,” sagt sie, “die schimpft sonst mit mir. Schlaf gut.” Rums ist die Tür wieder zu.

Es ist nur halb dunkel im Zimmer. Denn hinter den Bäumen draußen steht eine helle Straßenlampe. Sie lässt die Schatten der Äste und Zweige auf dem Vorhang tanzen. Manchmal sieht das wie Arme und Beine von jemand aus. Von Riesenspinnen, oder von einem Zauberer. Marki hat oft ein bisschen Angst. Aber heute ist das viel schlimmer als sonst. Ist da vielleicht draußen der Einbrecher, den er im Krimi gesehen hat? Marki fängt an zu weinen. Immer lauter.

Papa kommt, hört sich den Kummer an. “Was, du hast mit Juli einen Krimi angesehen? Das darfst du doch nicht!”

“Huhuhu.”

“Hier im 3. Stock steigt doch kein Einbrecher ins Fenster!”

“Vielleicht doch. Mit Steigeisen!”

“Unmöglich! Schlaf jetzt. Du bist doch mein tapferer Sohn!” Papa geht.

Marki weint.

Mama kommt. “Schlupf doch unter die Decke.” Sie gibt ihm einen Kuss und geht.

Marki weint. Bis die Mutter ihn ins Elternbett holt.

Am nächsten Morgen sind alle müde.

Der Tag vergeht. Es kommt die dunkle Nacht. Die Eltern haben ein Zelt in Markis Zimmer aufgestellt.

“Da drin kann dich kein Zauberer und kein Einbrecher sehen”, sagt Papa.

Aber Marki glaubt das nicht. Er weint. Die Mama kommt, der Papa kommt.

Der Papa kommt, die Mama kommt. Marki hört, wie die Eltern vor der Tür Ooooh sagen. Wieder landet er im Elternbett.

Am nächsten Morgen sitzen Marki und seine Eltern mit blassen Gesichtern am Tisch. Mama stöhnt, Papa knurrt.

Aber Juli kommt mit roten Backen und ist ganz vergnügt.

Sie hat ein Blatt in den Händen. Drei große Polizisten hat sie darauf gemalt. “Sie sind bewaffnet. Mit Pistolen. Das hänge ich dir über deinen Zelteingang, Marki, ist das okay?”

Marki freut sich. Er ist erleichtert. “Da brauch ich keine Angst mehr zu haben.”

Der Tag vergeht. Es kommt die dunkle Nacht. Die drei Polizisten bewachen den Eingang zu Markis Zelt. Und so kann er schnell einschlafen. Aber plötzlich wacht er auf. Ist da nicht ein schwarzer Hund im Zelt? Mit kräftigen weißen Zähnen? Marki fängt zu schreien an. Juli kommt und schaut ins Zelt. Kein schwarzer Hund ist da!

“Die Eltern haben Besuch und ich möchte schlafen!” sagt Juli. “Also halt bloß deine Klappe, guck selber nach dir!” Rums, ist das Licht aus und die Tür zu.

Marki ist so müde, dass er schnell einschläft. Er träumt, dass der schwarze Hund dicht bei ihm liegt. Der sagt:” Bitte streichle mich.” Er wedelt mit dem Schwanz. Er macht sein Maul auf und schleckt Markis Hand ab. Marki schläft bald ruhig weiter.

Früh am nächsten Morgen wacht er vergnügt auf. Er tanzt durch alle Zimmer und ruft:” Ich hab keine Angst mehr, ich hab keine Angst mehr! Ich hab für nachts einen schwarzen Hund.”

Da ist die ganze Familie vergnügt.

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