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Der Gefangene

Seit Tagen lag der Gefangene eingesperrt im Dunkeln. Das letzte, an das er sich erinnern konnte war, wie er grob in die Finsternis geworfen worden war, wie die schwere Tür hinter ihm ins Schloss schnappte und der Schlüssel umgedreht wurde. Seitdem kein Licht, keine frische Luft, nichts. Er fühlte sich schlapp, seine Haut war wie Leder. Und er hatte Angst, denn er wusste, dass sie wiederkommen würden. Sie waren auch wegen der anderen Gefangenen wiedergekommen, und in deren Haut wollte er nicht stecken.

Der Häftling neben ihm war vorgestern zurückgebracht worden, nachdem sie ihn erst wenige Stunden zuvor herausgeholt hatten. Er sah furchtbar aus, zertreten und zerschunden. Seine Haut war zerschürft, er war von oben bis unten verdreckt. Der würde es nicht mehr lange machen. Der Gefangene fragte sich: „Wird das auch mein Schicksal sein?“

Er versuchte sich gerade abzulenken, als von draußen Schritte zu hören waren. Er erstarrte, die Angst zog seine Haut zusammen. Er hielt den Atem an. Harte Sohlen hallten auf dem Boden, die Tür wurde aufgerissen und er hörte zwei Männerstimmen. „Los beeil dich. Es geht in ein paar Minuten los, und der Boss ist schon ungeduldig.“

Im Licht, das durch die Tür hineinschien, konnte der Gefangene sehen, dass beide Männer eine grüne Uniform trugen. Ihre Gesichter waren konzentriert, wirkten unfreundlich. Einer der Männer schaute auf den zerschundenen Häftling neben ihm und sagte: „Der hier ist total platt. Der macht es nicht mehr lange. Lass ihn liegen und nimm den anderen daneben.“

Zwei raue Männerhände packten den Gefangenen links und rechts und zogen ihn heraus. Während einer der Männer hinter ihm die Tür verriegelte, schleppte ihn der andere hinaus in einen langen Gang. Rohre liefen an der Wand entlang, Neonröhren leuchteten an der Decke, alles war in grau gestrichen. Er musste irgendwo in einem Keller sein.

Immer wieder drückten und boxten ihn die Männer in die Seite, während sie den Gang entlang gingen. Einer von ihnen sagte: „Der ist neu und sieht noch richtig gut aus. Ich bin sicher, der leistet uns heute gute Dienste. Der Boss wird zufrieden sein.“ Der Gefangene bekam Panik. War das das Ende? Das Ende, von dem die anderen in der Dunkelheit flüsternd erzählt hatten? Der Grund, warum sie hier alle gefangen gehalten wurden?

Plötzlich spürte er, wie er nach unten geworfen wurde und hart auf dem Boden aufprallte. Der Schmerz schoss ihm durch den Körper und noch während der Schock einsetzte, wurde er wieder hochgezogen. Einer der Männer lachte, stieß am Ende des Ganges eine Tür auf und sie gingen hindurch. Auf das, was ihn dort erwartete, war der Gefangene nicht vorbereitet.

Grelles Scheinwerferlicht blendete ihn. Ein ohrenbetäubender Lärm wogte ihm entgegen. Wieder wurde er grob zu Boden geworfen. Doch dieses Mal half ihm niemand hoch. Stattdessen drückte ihn jemand brutal mit dem Fuß in den Boden. Daneben stand noch ein weiterer Mann in grüner Uniform. Das musste der Boss sein, denn er hatte eine Trillerpfeife im Mund. Als der Gefangene ihn sah, wusste er, dass es keinen Ausweg mehr gab.

Sobald der Mann in grün anpfiff, würde die Tortur beginnen, und die anderen Männer würden ihn kreuz und quer durch das ganze Station kicken.

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