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Der Abschied

„Ich habe Sie von weitem gesehen. Sie können sehr gut tanzen.“ Der Fremde lächelte leise.

„Sie wollen mit mir tanzen?“ Ruhig erwiderte sie seinen Blick.

„Ja, gerne.“

Sie nickte erfreut und beide gingen in Richtung Tanzfläche.

Da näherte sich der Frau zielstrebig ein Mann.

„Komm, lass uns gehen. Es wird Zeit. Dein Kleid ist zerknittert und die Wimperntusche am rechten Auge zerlaufen.“

Er griff nach ihrer Hand. Doch sie entzog sie ihm.

„Bitte, lass mich los. Ich möchte noch ein wenig bleiben und tanzen.“

Der Mann wendete seinen Blick dem Fremden zu, sah ihn durchdringend an, sagte aber zunächst kein Wort.

„Ich habe Sie beide von weitem gesehen. Sie können sehr gut tanzen“, sagte der Fremde.

„Wir sind auch ein Paar.“

Er wendete sich wieder der Frau zu, seine Stimme klang gepresst. „Komm jetzt.“

Sie versteckte ihre Hand hinter dem Rücken. Er starrte sie an und seine Finger krallten sich in den Saum seines Jacketts.

Die Frau wendete sich erneut dem Fremden zu.

„Komm, lassen Sie uns gehen. Wir wollen tanzen.“ „Ich möchte Sie wirklich nicht in Schwierigkeiten bringen.“
„Bitte, tanzen Sie mit mir.“
„Nein, ich glaube...“

Sie griff nach seiner Hand. Er wollte sich abwenden, dann sah er ihren Blick.

„Sie können sehr gut tanzen“, wiederholte er leise und drückte leicht ihre Hand. Nach wenigen Schritten betraten sie die Tanzfläche.

Die beiden begannen sich im Kreis zu drehen. Nach einigen Takten räusperte sich der Fremde und bat:

„Entschuldigen Sie bitte, aber meine rechte Hand beginnt zu schmerzen, Ihre Fingernägel...“

Sie lächelte entschuldigend. Die Kapelle begann nun einen Walzer zu spielen, ihre Wange streifte sein Schulterpolster und sie bewegten sich langsam.

Nach einer Weile flüsterte sie:
„Ich danke Ihnen. Sie haben mich gerettet.“

„Das klingt sehr dramatisch. Wer ist dieser Mann? Ihr Freund? Ihr Ehemann?“

„Sie sollten eher fragen: Wer war dieser Mann? Er ist nicht mehr...“

In diesem Moment stolperte sie und bewegte sich in kleinen ungeordneten Schritten über das Parkett. Er stemmte sich der nächsten langsamen Wendung entgegen und versuchte anzuhalten, bevor sie zu Boden stürzte.

„Was ist? Geht es Ihnen nicht gut?“ Besorgt umfasste er ihren Unterarm.

„Möchten Sie etwas trinken oder an die frische Luft gehen?“

„Nein, ich möchte nicht. Bitte tanzen Sie weiter mit mir. Es ist so schön und tut mir so gut. Ich finde, wir können sehr gut miteinander tanzen“.

Ungläubig blickte er sie an. Sie hatten sich weit vom Rhythmus der Musik entfernt.
Die anderen Tanzpaare starrten neugierig zu ihnen herüber.

„Ich glaube, es ist besser, wenn ich Sie nun zurückbringe. Er steht dort hinten im Halbdunkel und wartet auf Sie.“
„Oh, nein, bitte, bitte nicht...“
Ihre Stimme klang brüchig.

„Doch, ich glaube es ist besser, denn ich habe Sie in Schwierigkeiten gebracht.“

„Nein, nein, es geht schon.“ Sie atmete tief durch und verstummte dann.

„Es tut mir leid, ich kann nicht mehr mit Ihnen tanzen.“ Der Fremde griff nach ihrer Hand und drückte sie leicht. Die beiden verließen die Tanzfläche.

„Gehen Sie zu ihm. Ich werde mich an einen der Tische setzen, noch ein wenig der Musik zuhören und Sie von weitem sehen.“ Er lächelte und berührte kurz ihre gesenkten Schultern.

„Gehen Sie aufrecht zurück.“

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