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Pfui Spinne

Regungslos starre ich auf das achtbeinige Ungeheuer. Es krabbelt an der Wand neben meinem Bett hinauf. Dort verhaart es in der Ecke, um sich kurz darauf auf den Weg zu der Stelle direkt über meinem Kopf zu machen.

Ich liege hier eine Ewigkeit wie mir scheint und warte darauf, dass es sich abseilt.

Mein ganzer Körper schreit danach, einfach aufzustehen und wegzulaufen. Aber weit gefehlt. Mit meinen eingegipsten Beinen bin ich an dieses verdammte Bett gefesselt. Ich überlege kurz, ob ich der Nachtschwester klingeln soll. Aber bei dem Gedanken, wie diese alte Fettel an mein Bett stürmt und sich darüber lustig macht, dass ein erwachsener Mann Angst vor einer Spinne hat, gefriert mein Finger über dem Klingelknopf.

Vielleicht kriecht dieses Mistvieh da oben ja auch gleich weiter. Schweißperlen bilden sich an den Haarwurzeln und gleiten langsam an meinen Schläfen herab.

Plötzlich fängt die Spinne wieder an, sich zu bewegen! Meine Lungen versagen ihren Dienst und mein Magen wird zu einem kleinen harten Klumpen.

Sie wuselt auf ihren dünnen Beinchen zurück in die Ecke an der Wand. Gierig sauge ich Luft durch meine Nase und stöße sie in einem langen Seufzer der Erleichterung aus.

Doch gleich darauf setzt sie sich erneut in Bewegung und stoppt direkt über meinem Gesicht.

Meine Atmung wird hektisch und flach. Der Schweiß läuft schneller über Hals und Nacken und mein Finger zuckt über dem Klingelknopf.

Jetzt fängt sie an sich abzuseilen. Langsam aber gleichmäßig schwebt mir ihr schwarzer Körper entgegen. Die acht Beine bewegen sich vorsichtig in der Luft. Panisch taste ich nach dem Klingelknopf und werfe ihn vom Bett. `Oh Gott, was mach ich bloß? ´, fährt es mir durch den Kopf. Etwa fünfzig Zentimeter

über meiner Nase hält sie an. Ein leichter Luftzug lässt sie wie einen Trapezkünstler hin - und herschwingen. Ich frage mich gerade noch woher der Luftzug stammt, als ich das miesepetrige Gesicht der Nachtschwester über mir sehe.

„Na, Albtraum gehabt was?“ keift sie mir ihren schalen Atem ins Gesicht. Ich werde auf dem Bett hochgerissen, die Kissen werden aufgeschüttelt und schon liege ich wieder.

Ich sehe zu, wie ihr fetter Hintern sich Richtung Tür schiebt. Meine Augen werden groß, während ich die leere Stelle oben an der Decke betrachte. Ein breites

Grinsen spaltet mein Gesicht in zwei Hälften, als die Nachtschwester, mit einem kleinen schwarzen Etwas in ihrem Haar, aus meinem Zimmer verschwindet.

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