Sie sind hier:Teilnehmer / "Junge Autoren" / Archiv / 

Cappuccino mit Erotik

„Warten Sie, ich helfe Ihnen, “ tönte eine laute Männerstimme gönnerhaft hinter ihr, als sie versuchte, mit vier Einkaufstaschen, zwei links, zwei rechts, die Eingangstür des Cafés zu bezwingen. –„Geht schon, “ murmelte sie gequält und schüttelte sich. Manche Männer sind einfach eklig.

Sie gab der Tür einen heftigen Tritt und quetschte sich durch. Der Duft von gerösteten Kaffeebohnen empfing sie, leise Musik und angenehmes Stimmengewirr drangen an ihr Ohr. Sie stellte die zahlreichen Taschen an einem Tisch am Fenster ab und ging zur Theke. –„Einen Cappuccino mit Milch!“ –„Gerne, “ antwortete eine hohe Stimme, die einer dunkelhaarigen Verkäuferin gehörte. Franziska nahm die Sonnenbrille ab und setzte sie in die langen Haare auf den Kopf. –„Das macht dann Zwei zehn, “antwortete die Frau, lächelte sie an und stellte die gefüllte Tasse auf den Unterteller. Franziska lächelte zurück. Sympathische Frau.

Sie zahlte, nahm die Tasse und setzte sich an den Tisch. Lässig schlang sie ihre langen Beine übereinander, während ein neues Lied im Hintergrund erklang. „Männer sind Schweine“, posaunten die „Ärzte“ durch den Raum. Sie blickte hinter die Theke und sah, dass sich die Dunkelhaarige und eine nette blonde Verkäuferin bedeutungsvoll anlächelten. Franziska grinste. Jetzt summten sie leise die Melodie mit. Vermutlich waren die Frauen um die Dreißig, so wie sie. Und stürzten sich sicherlich wie die meisten Frauen trotz allen Schimpfens begierig auf die Männer. Sie aber gehörte jener Minderheit an, die sich lieber auf Frauen stürzte. Sie trank einen Schluck. Ein zarter Milchschaum kribbelte auf ihren Lippen.

Genüsslich ging sie mit ihrer Zunge darüber.

Mittlerweile hatten ihr die Frauen hinter der Theke den Rücken zugewandt. So sah sie sich plötzlich und unerwartet zwei hinreißenden Pos gegenübersitzen. Fasziniert nahm sie noch einen Schluck. Die Dunkelhaarige hatte wirklich einen klasse Po. Knackig und fest sah der aus. Gebannt starrte Franziska die Frauen an. Jetzt begannen sie, über den Brötchenkörben hängend, im Takt der Musik ihre Hüften hin und her zu wiegen. Franziska merkte, dass sie die entzückenden Hinterteile anstierte.

Sie stöhnte, mehr innerlich als laut. „Chauvinistin lässt grüßen“, urteilte sie ironisch. Sie beugte den Kopf vor, so, als würde sie nachdenklich auf ihre Tasse blicken. Aber durch die Lücken ihrer kastanienfarbenen Haare, die nach vorne fielen, verfolgte sie die Frauen verstohlen weiter. Am Liebsten wäre sie heldinnenhaft hinter die Theke gestiefelt, hätte sich die mit dem netten Po geschnappt und ein paar Runden mit ihr gedreht. Sie hätte all die weichen Stellen ihres Körpers gespürt und sich irgendwann mit der einen Hand langsam über den schmalen Rücken zu dem festen Po vorgearbeitet. Hastig trank sie mehrere Schlücke hintereinander.

Oh Göttin! Franziska merkte, wie die Phantasie wieder mit ihr durchging. Sie seufzte, brachte die inzwischen leere Tasse zurück, schnappte sich ihre Einkaufstaschen, setzte die Sonnenbrille auf und ging.

Entdecken Sie jetzt
Ihr Schreibtalent
 
  Schreiben lernen mit dem Leitfaden von der Schule des Schreibens Herr Frau
Persönliche Beratung Online anmelden Gratis-Newsletter