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Komm doch mal her

„Willst Du nicht mal spielen gehen?“

Mit diesen Worten wollte mich meine Mutter im Sommer gerne loswerden, um sich ihrer Hausarbeit widmen zu können. Ja, sicher, warum sollte ich nicht spielen gehen.

„Edeltraut ist bestimmt auch schon da“.

Jetzt wollte ich nicht mehr spielen gehen. Edeltraut und ihre Freundinnen waren mir immer unheimlich, sie waren alle etwas älter und machten mir immer nur Schwierigkeiten.

„Du darfst deine Bleylehose anziehen.“

Ja, das war was. Ich brauchte also keine langen Strümpfe tragen.

Jetzt war ich wieder fröhlich. Ich wurde umgezogen und auf den Bürgersteig gestellt. Den Weg zum Hof beim Nachbarn konnte ich alleine gehen. Einfach das Haus entlang, dann durch den Gang. Da war der Lagerplatz eines Bauunternehmers: Ein Sandberg, alte Autoreifen und eine LKW-Plane, alles war da.

Wenn Edeltraut nicht da war, konnte ich ganz alleine spielen, darauf freute ich mich.

„Hallo, da bist ja. Komm doch mal her.“

Das war eine Mädchenstimme: Es war wieder passiert. Ich war wieder einmal hereingelegt worden. Und ich musste bleiben – es gab keinen Ausweg, weil ich ja abgeholt wurde.

Und schon hatten die Mädchen mich geschnappt und schoben mich in Richtung auf die LKW-Plane. Diese war auf dem Hof aufrecht stehend aufgebaut und bildete somit ein kleines Häuschen, das der Aufsicht der Eltern entzogen war.

Da ich ahnte, was jetzt wieder kam, zögerte ich vor der Plane.

„Stell dich nicht so an“ und wuff, ich bekam einen Schubs und war wieder unter der Plane, umringt von Edeltraut und ihren Freundinnen.

„Leg dich doch mal auf die Karre“ – Die Mädchen konnten ja so süß sein.

Mittlerweile war ich völlig willenlos und legte mich freiwillig auf die Karre, die unter der Plane eine Art Tisch bildete.

Kaum hatte ich mich hingelegt knöpften sie mir die Hosenträger auf, zogen an meiner Hose und kicherten. Mir kribbelte es.

Nach zehn Minuten waren Mädchen waren meistens weg - sobald sie zum Abendbrot gerufen wurden. Dann musste ich ganz alleine von der Karre runter und versuchen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Meine Hosenträger habe ich aber dann nicht mehr geschafft.

„Ich verstehe gar nicht, warum die Hosenträger immer losgehen. Vielleicht sollte ich sie doch festnähen“, wunderte sich meine Mutter jedesmal, wenn sie mich dann später abholte. Von den Mädchen wusste sie nichts, die waren ja schon weg.

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