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Große Worte für Leser ab 9 Jahren

Gewinner der Runde 3/2015

Für die dritte Runde des Genre-Wettbewerbs haben uns tolle Geschichten für Kinder und Jugendliche erreicht. Wir stellen Ihnen die drei besten Geschichten vor.

1. Preis

Barbara Preg

für "Kichermeer"

Urteil der Jury:

In Ihrer Geschichte „Kichermeer“ stellt Barbara Preg den zehnjährigen Noah und den „Lebensraum Schule“ in den Mittelpunkt der problem-orientierten, realistischen Handlung.

Noah kann sehr gut Fußballspielen und das weiß er auch. Trotzdem verfügt er über keinerlei Selbstvertrauen, denn er kann nicht mit Zahlen umgehen. Ein Umstand, der ihm jegliches Selbstvertrauen raubt. Noah ist so dumm, sein Hirn ist krumm, lautet der Satz, den Noah bereits verinnerlicht hat und auf alle Probleme in seinem Leben überträgt: Ist nicht seine Mutter wegen der Dyskalkulie bereits von Zuhause ausgezogen ? Leidet sein Vater nicht ebenfalls unter den Problemen, die Noah hat? Von Noahs Mathematiklehrer ganz zu schweigen. Wäre da nicht Sophie, die als Streberin in der Klasse verschrien ist und Noah helfen kann, sich selbst besser zu verstehen, indem sie dem Problem einen Namen gibt. An dieser Freundschaft wächst Noah innerlich, so dass er am Ende selbstbewusst handelt und den Vater anruft. Wir müssen über Zahlen reden, bittet Noah und zum ersten Mal nimmt sein Vater ihn ernst und stimmt dem Gespräch zu.

Realistisch und in anschaulicher, bildreicher Sprache erzählt Barbara Preg die Geschichte von Noah, dem es am Ende gelingt, mithilfe der Freundschaft, die ihm eine gleichaltrige Klassenkameradin anbietet, sich selbst und sein Problem nicht nur zu akzeptieren, sondern auch in die eigenen Hände zu nehmen. Besonders gut ist der Autorin die Erkenntnis gelungen, die der gleichaltrige Leser aus Noahs Geschichte ziehen kann: Wenn die Dinge einen Namen bekommen, bei dem man sie nennen kann, ist das Problem am Ende nur noch halb so groß.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

2. Preis

Anneliese Smuda

für "Das Glück der Uferschwalben"

Urteil der Jury:

Ein Mensch ist dort wirklich zu Hause, wo er Freunde hat und willkommen ist. Es gibt nicht nur die eine Heimat, lautet die Erkenntnis, die Anneliese Smuda den Lesern mithilfe ihrer Geschichte vermittelt.

Der zehnjährige Milo ist mit seinen Eltern von Berlin nach Kiel gezogen. Tote Hose, gähnende Leere. Milo vermisst die Großstadt und seine besten Freunde. Bis er ein blinkendes Licht am Strand wahrnimmt, das ihn in Kontakt mit dem Mädchen Laura bringt. Nachdem Laura ihm von den Uferschwalben und ihren Lebensgewohnheiten erzählt hat, kann Milo sein Problem in einem anderen Licht sehen. Denn haben nicht auch die Uferschwalben, die im Winter in den Süden fliegen, zwei Zuhause? Eine Botschaft, die Milo versteht und mit einem Mal ist es in Kiel gar nicht mehr so langweilig.

Die spannend und flüssig geschriebene Handlung macht den Wert, den Freundschaft unter Gleichaltrigen für Kinder und Jugendliche haben kann, spürbar und emotional nachvollziehbar.
Es gelingt der Autorin Anneliese Smuda ausgezeichnet, die positive Entwicklung zu zeigen, die ein Problem nehmen kann, das Milo am Anfang zunächst groß und unüberwindbar erscheint. Die Freundschaft, die zwischen Milo und Laura entsteht, kann ihn am Ende das Heimweh getrost vergessen lässt, denn nun hat er zwei Zuhause.

Mit dieser Aussage vermittelt Anneliese Smuda den Lesern den nötigen Optimismus, den Kindergeschichten grundsätzlich immer haben sollten.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

3. Preis

Greta Schneider

für "Die unvergessliche Geburtstagsparty"

Urteil der Jury:

Vom Leid und Schmerz des Erwachsen-Werdens erzählt die Geschichte von Greta Schneider „Die unvergessliche Geburtstagsparty“, die sich an Jugendliche ab 13 Jahre und an Erwachsene gleichermaßen richtet.

Das Jugendalter ist eine Zeit des Umbruchs. Die Kindheit ist zwar vergangen, aber das Erwachsenenalter deshalb noch lange nicht erreicht. In dieser namenlosen Zeit der Identitätssuche und der inneren Unsicherheiten überschreiten Jugendliche nicht selten ihre Grenzen. Welche Konsequenzen dies für den 15jährigen Ross, das jüngste Mitglied einer Clique, die aus vier Jugendlichen besteht, hat, wird in Greta Schneiders Geschichte realistisch und in glaubwürdiger Sprache erzählt. Die Geschichte überzeugt vor allem durch die authentisch wirkende Jugendsprache. Die Nöte und Ängste des Jugendalters und der dringliche Wunsch von Ross, cool zu sein und unbedingt zu der Clique dazugehören zu wollen, werden beispielhaft deutlich. Am Ende steht eine Botschaft, die der jugendliche Leser, aber auch der Erwachsene, sicher nicht mehr so schnell vergessen wird: Das Geschehene kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ross ist tot. Alle Beteiligten müssen fortan lernen, mit den schrecklichen Bildern der – im wahrsten Sinne – unvergesslich bleibenden Geburtstagsparty zu leben.

Greta Schneider gelingt es, den Lesern mithilfe der packenden Handlung eine Botschaft zu vermitteln, ohne die Geschichte belehrend oder moralisierend wirken zu lassen.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte