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Spannung pur in Krimi, Thriller und Fantasy

Genre-Wettbewerb Runde 2

Gesucht waren Geschichten zum Thema "Spannung pur in Krimi, Thriller und Fantasy". Hier lesen Sie die prämierten Texte unserer Gewinner.

1. Preis

Dorothea Barbosa Sicard

für "Harveys Haus"

Urteil der Jury:

Mark ist im Haus seines Onkels Harvey, in dem damals, in seiner Kindheit, etwas Schreckliches passiert ist. Und dieses Schreckliche lässt ihm bis heute keine Ruhe. In seinen Ohren kreischt und saust es, er hört seine Angst, bis er noch einmal erlebt, was damals passiert ist. Endlich kann er darüber reden und endlich schweigen die kreischenden Stimmen. Dorothea Barbosa Sicards Kurzkrimi setzt die Natur, das düstere Wasser des Cedar Island Lake in Minnesota gekonnt ein, um den Leser das Innerste Marks zu verdeutlichen. In treffenden Bildern (die Bissspuren von Peters Schneidezähnen, sein rotziger, mit Kekskrümeln verschmierter Mund) erkennt der Leser die Wut, die Mark spürt, als sein Cousin seine Melodica mit seinen Zähnen zu zerstören droht. Der Leser erlebt den Schmerz, den Mark heute noch spürt, mit. Denn Mark ist schuld daran, dass Peter gestorben ist. Es geht um Schuld, um Vergebung und um das Ende des Schweigens. „Harveys Haus“ ist eine gut durchdachte Geschichte, durch die abwechselnden Beschreibungen, Dialoge und Gedanken sehr unterhaltsam, spannend bis zum Schluss und sprachlich versiert.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

2. Preis

Frauke Kurzawski

für "Das Schwein"

Urteil der Jury:

„Warum mussten die brutalsten Morde immer an den idyllischsten Orten geschehen?“ Bauer Marten, der größte Schweinebauer im Dorf, ist bestialisch ermordet worden. Abgestochen liegt er in der Kadavertonne und unterscheidet sich kaum von den fünf Schweinen, die unter ihm liegen.

Wer hat den Bauern auf dem Gewissen? Frauke Kurzawski spielt mit Übertreibung und der Leser ist mittendrin im schönsten Bauernkrimi. Verdächtig ist Nachbar Lürssen, ein Bio-Hühnerhalter, aber der bestreitet vehement, denn ein Mord wäre schlecht fürs Karma. Verdächtig sind auch militante Tierschützer, dann aber kommt die Wahrheit ans Licht. Holger Marten hat seinen eigenen Sohn umgebracht – der Leser steht hinter der Mörderin und ihrer Komplizin. „Das Schwein“ hat es nicht anders verdient. Ist Selbstjustiz zu verurteilen? Das anfängliche Lächeln des Lesers erstarrt am Ende der Geschichte auf seinem Gesicht. In ihrer klaren, einfachen Sprache legt die Autorin den Fokus auf Witz gepaart mit makabrem Inhalt und das funktioniert wunderbar!

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

3. Preis

Cleopatra Lamantis

für "Gespalten"

Urteil der Jury:

Was ist normal? Paula Feddersen hat Blut am Arm. Woher kommt es? Sie kann sich nicht erinnern. Nach und nach erkennt der Leser, dass Paula anders ist. Sie sieht andere Personen, sie spricht mit ihnen, aber diese Personen sind nicht real. Sie sind in Paulas Kopf. Und eine davon, hat das Blut am Arm verursacht, eine davon hat getötet.
In Cleopatra Lamantis Kurzkrimi geht es um eine gespaltene Person, die einen Mord begeht. Einen Mord, an ihrem widerwärtigen Chef. Ist sie schuldig? Kann der Leser sie verurteilen, auch wenn sie vielleicht noch einen Mord begeht? Es ist die Stimmung, die in dieser Geschichte besticht. Der Leser wird misstrauisch, hier stimmt etwas nicht. Die Autorin gibt Hinweise, Personen, die miteinander reden, vorwurfsvoll, aggressiv, geheimnisvoll. Bis zum Schluss ist der Leser gespannt, bis zum Schluss und noch viel länger bleibt die Frage: Ist Paula schuldig?

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4. Preis

Birgit Adam

für "eBay für Fortgeschrittene"

Urteil der Jury:

Anne-Marie ist reizbar, sie ist gewalttätig und sie mordet. Die Geschichte wird von Anne-Maries Mann erzählt. Er berichtet, wie alles angefangen und wie es geendet hat. Und es sind vor allem zwei Fragen, die sich dem Leser stellen: Warum ist Anne-Marie so gewalttätig? Und, und diese Frage ist vielleicht die wichtigere: Warum lassen sich alle in Anne-Maries Umgebung deren Gewalttätigkeit gefallen?

Es sind die Figuren, die den Leser faszinieren: Der mitmachende Ehemann, die kommandierende, brutale Anne-Marie. Und es ist das Milieu, das besticht: Menschen an der Armutsgrenze, Menschen, die alles verkaufen, was sie haben. Menschen, die nicht einmal davor zurückschrecken, den eigenen Sohn zu verkaufen.

Birgit Adam schreibt in einer kargen Sprache, bei der jedes Wort stimmt. Andeutungen geben dem Leser Raum für Fantasie. Die ehemals orangerote Karotte im Mund des Toten bleibt dem Leser unvergesslich.

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5. Preis

Konstantin v. Erzberg

für "Der Tod reist mit"

Urteil der Jury:

Katrin Maidorf wähnt sich in einem Polizeiauto. Sie sitzt auf dem Rücksitz und versucht sich zu erinnern. Ihr Schädel brummt, jemand hatte ihr einen Gegenstand auf den Kopf geschlagen ...
Wie die Hauptfigur, so glaubt auch der Leser zuerst, dass sich Katrin in Sicherheit befindet. Aber nach und nach werden die Hauptfigur und mit ihr die Leser misstrauisch. Bis schließlich klar ist: Sie sitzt in der Falle und muss sterben.

Der Autor spielt mit den falschen Erwartungen des Lesers. Die Polizei, die die Ordnung wiederherstellen sollte, ist in dieser Geschichte der Täter. Zurück bleibt Angst und die Vorstellung: Das kann auch mir passieren. Konstantin v. Erzbergs Krimi ist klug durchdacht und spannend bis zum Schluss.

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