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Leben mit Leidenschaft

Gewinner der ersten Runde 2018

Für die erste Runde des Genre-Wettbewerbs sollten Geschichten oder Erzählungen, die sich mit den Themen Leben, Alltag, Liebe, Familie, Abenteuer oder Schicksal befassen, eingereicht werden. Über 100 Teilnehmer sind der Aufforderung gefolgt und haben ihre Geschichte eingereicht!

Hier lesen Sie die fünf prämierten Geschichten! Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

1. Preis

Elisabeth Scharp

für "Der letzte Anruf"

Urteil der Jury:

Die Geschichte beginnt mit Langeweile und dem ironisierten Selbstmitleid einer jungen Frau, die im Callcenter arbeitet. Während sie sich noch für ihre eigene Trägheit beschimpft und sich nach Sinn sehnt, ruft eine alte Dame an, die ihre Zeitung abbestellen möchte, weil sie sich zum Sterben in eine „Einrichtung“ begeben wird. Als die alte Dame das erzählt, durchfährt den Leser ein Ruck – ebenso wie die Callcenter-Frau. Dieser Augenblick ist der Angelpunkt einer rührend schönen Geschichte, die aber beim Erzählen ganz ohne Kitsch und Pathos auskommt. Fast sachlich erzählt Elisabeth Scharp in einer jungen, klaren, bildreichen Sprache 10 Minuten, in denen zwei Leben aufeinander treffen. Mehr Spannung schafft kein Krimi. Und das 2-Taschentuch-Ende - wunderschön!

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

2. Preis

Gudrun Hopert

für "Meine Mutter"

Urteil der Jury:

Das Thema Mutter-Tochter ist wohl niemals verbraucht, weil Mütter nun mal die wichtigsten Menschen im Leben sind. So große Erwartungen, solch tiefe Bedürfnisse werden mit ihnen verknüpft. Und was, wenn sie dem nicht entsprechen – nicht entsprechen können? Denn Mütter haben ihre eigene Geschichte. Gudrun Hopert hat sich für ihre Abrechnung eine Nacht im Krankenhaus ausgesucht, die letzte Chance auf Versöhnung. In wenigen harten, treffenden Worten fasst die Ich-Erzählerin ihre Enttäuschung zusammen. Hautnah erlebt man ihren Kampf darum, vergeben zu können. Und die Trauer und die Scham über verpasste Gelegenheiten. Nur ein schwach versöhnliches Ende, alles andere wäre gelogen. Eine ganz starke Zeichnung mit Worten, ehrlich bis zur Nacktheit.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

3. Preis

Silvia Beutler

für "Lila Wolken"

Urteil der Jury:

Diese Geschichte spielt mit Gegensätzen: Sie beginnt mit einer „schönen Wiese“ mit „Gänseblümchen“, „Feldblumen“ und „Morgentau“. Aber Vorsicht, die Idylle trügt. Ein junges Mädchen, ein Kind noch, badet im See. Oben im Haus verschiebt sich eine Gardine und die große Schwester schaut zu. Dazwischen Verlust und Schweigen. Der großen Schwester ist etwas geschehen, was die kleine nicht versteht und niemand ihr erklären will. Am Ende ein großer Schritt ins Erwachsenwerden und eine lila Wolke. Die fast naive Sprache ist mit Absicht gewählt, ein wunderbares Beispiel für eine gelungene Figurensprache. Silvia Beutler ist es gelungen, den kindlichen Blick zu wahren und in Sprache zu übersetzen.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

4. Preis

Julia Schulze

für "Ausgecheckt"

Urteil der Jury:

In „Ausgecheckt“ stellt Julia Schulze zwei Glücksmodelle gegeneinander: Leidenschaftliche Liebe und eines ohne Leidenschaft. Ort: Ein Hotel am Meer. Die Hauptfigur ist ein Zimmermädchen, das bedächtig und systematisch putzt. Dabei lernt sie die intimsten Geheimnisse der Gäste kennen – und die bestätigen sie in ihrer Haltung: Leidenschaft hat mit Leiden zu tun. Nein, danke. Bemerkenswert die kleine Szene, in der das Zimmermädchen Rosanna einen Papierkorb leert und die Gedanken, die sie dabei entwickelt. So wunderbar bedeutungsvoll kann man über ein Detail schreiben –vom Detail zu einer ganzen Lebensphilosophie.

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5. Preis

Daniela Reck

für "Die Entsagung"

Urteil der Jury:

Diese Kurzgeschichte aus dem Genre Frauen nimmt das alte Thema „unmögliche Liebe“ auf, greift aber auf ironisch-boshafte Weise das Klischee der Entsagung auf: Mit einem verheirateten Mann, dem Mann einer Freundin gar, fängt eine integre Frau nichts an. Deshalb nimmt ein Treffen der Freundinnen nach dem Tod dieses Mannes eine unerwartete Wendung und die vermeintlich gute Tat wird nicht belohnt. Ganz und gar nicht. Daniela Reck erzählt geradezu hinterlistig harmlos, ein Treffen im Café, Small-Talk und dann kommt die Keule. Tolle Kurzgeschichte mit allen Raffinessen.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte