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1. Preis

Katharina Spengler

für "Der Geschmack der Reben"

Urteil der Jury:

Eine stilistisch souveräne Erzählung, die mit einer sehr eigenen melancholischen Leichtigkeit daherkommt. Die Enkelin findet im Keller ihres verstorbenen Großvaters eine Erinnerung an wohlgehütete Geheimnisse und glückliche Stunden. Dennoch haftet ihr etwas Ungehöriges, Unanständiges an. Die Vehemenz, mit der die Enkelin entscheidet, dass das Haus verkauft werden muss, kann sowohl ein entschlossenes Losreißen als auch ein angewidertes Abstoßen sein. Es ist diese Ambivalenz, die dem Text erzählerische Kraft verleiht.

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2. Preis

Nico Miceli

für "Eine kleine Erzählung"

Urteil der Jury:

Eine Erzählung, die an Münchhausens Lügenmärchen denken lässt. Der Erzähler reiht ziemlich wahllos die Großtaten aneinander, die er mit seiner Zauberkraft vollbracht hat - gute und gutgemeinte, alberne und heldenhafte. Man könnte ihn für einen Angeber halten, wenn nicht der letzte Satz ihn ebenso knapp wie endgültig in seine Schranken weisen würde. Das lakonische Ende erweitert das Szenario über das Erzählte hinaus: Man kann sich leicht eine Gruppe von Menschen denken, die beisammenhocken und die endlose Nacht mit Geschichten zu vertreiben versuchen.

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3. Preis

René Baiker

für "Der Taxifahrer"

Urteil der Jury:

Dieser Story merkt man die Lust am Erzählen und ein wenig auch die Lust am Bösen an. Das Tempo ist hoch, die Dialoge sind dynamisch, die Figuren lebendig und sympathisch, und der Plot-Twist am Ende erscheint zwingend: Selbstverständlich muss der Ermittler dran glauben, natürlich ist der Taxifahrer, der vor der Mafia in die Schweiz geflüchtet ist, selbst ein Mafiaboss. Der Autor zeigt hier auch ein gutes Händchen für Subtext: Erst im Rückblick erschließt sich Raffaeles sympathisches Plaudern als geschickte Aushorchstrategie.

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4. Preis

Angela Köster

für "Der Schutzengel"

Urteil der Jury:

Die Autorin verbindet den Spannungsplot mit einer Grundfrage des menschlichen Daseins, die auch über das Ende der Geschichte hinaus nachklingt: Muss man selbst eingreifen, wenn jemand in Not ist? Zivilcourage zu zeigen kann auch bedeuten, selbst etwas abzubekommen. Helden handeln fast immer idealistisch - und manchmal geraten sie dabei in ein Dilemma: Meike kann einer Frau, die überfallen wird, helfen. Doch dann muss sie selbst gerettet werden, und ihr Retter wird schwer verletzt. Wäre es also besser gewesen, Meike hätte nicht eingegriffen?

Spannend wird die Geschichte, weil man den Überfall auf Meike per Telefon zwar live miterlebt, Bob aber nicht eingreifen kann. Man bleibt als Leser - genau wie Bob - hilfloser Zeuge.

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5. Preis

Stephanie Hohn

für "Der Luftballon"

Urteil der Jury:

Eine Geschichte, in der die harte Realität einer Angststörung auf das Ideal der Mitmenschlichkeit trifft. Sprache und Motivführung spiegeln hier sehr gut die emotionalen Vorgänge. Ohne dass die Autorin es so benennt, stellt man sich die immer enger gewordene Welt der Hauptfigur grau in grau vor. Erst die unverhoffte Begegnung mit einem Kind bringt Farbe zurück in ihr Leben - ein vielleicht unrealistisches, dafür aber umso wärmenderes Rosarot.

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6. Preis

Leonie Sarah Heidsieck

für "Die Auflaufform"

Urteil der Jury:

„Die Auflaufform“ ist aus Sicht des sechsjährigen Finn erzählt, der vor einem Jahr seine Mutter verloren hat und sich bemüht, größer zu sein als er ist. Die zersprungene Auflaufform wird zum Symbol für das Leben von Vater und Sohn, das in Scherben liegt, und das Blut, das Finn zwischen den Fingern hervorquillt, macht - endlich - seinen Schmerz sichtbar. Mit wenigen Worten gelingt es der Autorin, die tiefe Traurigkeit der zerrissenen Familie zu zeigen und zugleich Hoffnung zu vermitteln, dass die Wunde heilen kann.

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7. Preis

Irene Schumm

für "Umgedreht"

Urteil der Jury:

Der Titel „Umgedreht“ entwickelt eine schöne Doppelbedeutung: Jenny dreht sich um und bietet ihrem verblüfften Verfolger die Stirn. Und: Als Leser wird man mit Jennys (und seinen eigenen?) Vorurteilen und Erwartungen konfrontiert. Natürlich ist der dunkle Riese böse und der blonde Beau geheimnisvoll-interessant! Und natürlich ist es am Ende genau umgedreht. Die Spannung der nächtlichen Verfolgung löst sich, als der Irrtum erkannt wird. Jenny ist vorerst in Sicherheit. Doch man wird mit dem Wissen zurückgelassen, dass sie „beim nächsten Mal“ für ihre falsche Einschätzung wird büßen müssen.

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8. Preis

Nadine Jaworski

für "Sternschnuppentanz"

Urteil der Jury:

Eine Vorlesegeschichte für die Weihnachtszeit, an der sowohl Kinder als auch Erwachsene ihre Freude haben können. Die Autorin verbindet eine charmante Idee zur Entstehung von Sternschnuppen mit einer kleinen Erinnerung daran, dass es zu Weihnachten nicht um Regeln und Ordnung, sondern um Freude und Großzügigkeit gehen sollte. Der neue Engel Gabriel ist zwar naiv und unerfahren, bringt aber gerade dadurch einen Funken Weisheit in die vorweihnachtlichen Routinen.

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9. Preis

Sophia Sader

für "Eine andere Art der Herausforderung"

Urteil der Jury:

War die Geste des Erzählers, seinem Konkurrenten die Medaille zu überlassen, übermenschlich großzügig? Hat er dem Mann, der ihn niedergeschlagen hat, damit einen Dienst erwiesen? Im Grunde hat er ihn gedemütigt, weit tiefer, als körperliche Schläge es könnten. Was der Erzähler gewinnt, ist geistige Stärke und Integrität.

Trotz kleiner stilistischer Schwächen ist dies eine Geschichte, die im Leser nachhallen kann, weil sie die Frage stellt, was Menschen über sich hinauswachsen lässt. Medaillen jedenfalls sind es nicht.

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10. Preis

Doris-Martina Greiner

für "Der Aufzug"

Urteil der Jury:

Um sich besser zu fühlen, holt Elke eine Traumsituation in die Realität herüber: Stundenlang fährt sie in ihrem Wohnblock Fahrstuhl, denkt nach, trifft Leute, die nach oben oder unten wollen. Unverhofft kann sie so ihre Isolation durchbrechen und findet eine Aufgabe. Auch ihre Dickleibigkeit geht sie nun nicht mehr Diäten, sondern mit mehr Freude am Leben an. Es sind nicht die ausgetretenen Wege, die im Leben eine Wende bringen können, sondern die Überraschungen, die ungewöhnlichen und seltsam erscheinenden Ideen – daran erinnert diese Geschichte. Erzähltechnisch gäbe es hier noch Potential für Verdichtung und dadurch eine intensivere Stimmung.

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