Wettbewerbs-Auszeichnungen

2. Platz im Genre-Wettbewerb 2025 - Der Sturm
Urteil der Jury

Der Sturm von Susann Fanieng ist in einer düsteren, norddeutschen Inselwelt angesiedelt, die noch immer von Aberglauben und alten Totenriten bestimmt wird. Als im Haus der namenlosen Ich-Figur jemand stirbt, folgt sie wie selbstverständlich den alten Bräuchen, weil es eben das ist, was man tut: den Spiegel verhängen, die Uhr anhalten, die Seele des Toten aus dem Haus komplementieren. 
Wer in diesem Haus gestorben ist, wissen wir noch nicht, und wir werden langsam zu der Erkenntnis hingeführt: Immer wieder will die Ich-Figur etwas tun – und tut es dann doch nicht. Sie will Tee kochen, das Haus verlassen, Kerzen anzünden, doch es kommt nie dazu. Sie wirkt wie weggetreten. Ist das der Schock? 
Susann Fanieng gelingt es in Der Sturm, eine solch intensive, bedrückende Atmosphäre von Schock und Bedrohung zu erzeugen, dass wir uns lange genug von der Frage ablenken lassen, wer in diesem Haus gestorben ist und wessen Seele am Ende das Haus verlassen hat und gehen darf. 
 

Der Sturm:

Als der Tod das erste Mal in meinem Haus Einzug hielt, erinnerte ich mich plötzlich all der sonderbaren Rituale, die auf unserer kleinen sturmgebeutelten Insel zwar müde belächelt, im Fall der Fälle aber von allen eingehalten wurden.
Und auch ich hielt... Kurzgeschichte lesen

4. Platz im Genre-Wettbewerb 2024 - Tod in der Frühstückpension
Urteil der Jury

Mit Tod in der Frühstückspension zeichnet Susann Fanieng, ein klassisches Krimiszenario. Es gibt einen Toten und einen geschlossenen Kreis von Verdächtigen. Außerdem haben wir, wie in dieser Art Krimi auch öfter zu finden, zwei Hobbyermittler – eine ältere Dame und ausgewiesene Krimileserin sowie unsere Hauptfigur, den Physiker Martin, der den Toten findet.
Das Ensemble mit insgesamt sieben Figuren – inklusive des Toten – ist für einen so kurzen Text umfangreich. Und alle bis auf den Toten bringen sich in den Dialog ein.
Trotz dieser Fülle gelingt es Susann Fanieng, die Figuren durch markante Eigenschaften – Krimileserin, wütender Mann, Physiker usw. – voneinander zu unterscheiden. Auch die Dialogführung lässt keinen Moment Zweifel darüber zu, wer gerade spricht.
Tod in der Frühstückspension beginnt als Persiflage auf den klassischen Closed-Room-Krimi mit angenehm trockenem Humor - und entwickelt sich gegen Ende zum Drama. Ein Übergang von einem Erzählton zu einem anderen kann heikel sein, gelingt Susann Fanieng hier jedoch ziemlich nahtlos.

 

Tod in der Frühstückpension:

Martin Kern hatte noch nie einen Toten gesehen. Dabei hatte er als Physiker schon viele ungewöhnliche Dinge gesehen, aber ein Toter war auch für ihn etwas Neues.
Damit hatte er in der kleinen Frühstückspension auf Amrum, wo er mit seiner Verlobten... Kurzgeschichte lesen

Susann Fanieng

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