Eva Brand aus Wien
Fernlehrgang: Schreibwerkstatt pur
Fernlehrgang: Schreibwerkstatt pur
Eva Brands Ausgeliefert baut zunächst eine bekannte und spannend umgesetzte Szenerie auf: eine Frau nachts allein in High Heels unterwegs. Eine Gruppe Männer stellt sich ihr in den Weg. Eigentlich klar, wie das ausgeht. Und zudem scheint Kara bereits in der Vergangenheit eine traumatische Gewalterfahrung gemacht zu haben, die jetzt getriggert wird.
Die Autorin findet jedoch eine Möglichkeit, mit den geweckten Erwartungen zu spielen und uns mit uneindeutigen Gefühlen aus der Geschichte zu entlassen. Wir können vorwegnehmen, dass Kara unbeschadet aus der Konfrontation hervorgeht. Doch es wird auch klar, dass sie ein Problem hat, von dem sie niemandem erzählen kann. So stellt sich am Ende die Frage, wie es für sie weitergehen soll. Die Geschichte lässt das offen, gibt uns aber genug Information, um uns die Folgen selbst auszumalen.
Besonders gut gelingt Eva Brand dabei das unauffällige Streuen von Hinweisen darauf, was wirklich geschieht. Sie sind von Anfang an da, doch wir fügen sie erst am Ende zu etwas Ganzem zusammen. Der Titel Ausgeliefert wird dabei auf dreifache Weise mit Sinn gefüllt. Zunächst denkt man, Kara ist den Männern ausgeliefert. Dann: Die Männer sind Kara ausgeliefert. Und zum Schluss: Kara ist sich selbst ausgeliefert. So hält die Geschichte die Spannung über den Schluss hinaus.
Kara stöckelte die Straße entlang, die Arme über dem schwarzen Trenchcoat verschränkt. Waren Arthur und Manuel in Gefahr? Sie war sich nicht sicher.
Ein Schauer durchlief sie. Die Nacht war kühler als erwartet. Schon auf der Firmenfeier hatte sie sich... Kurzgeschichte lesen
Kara stöckelte die Straße entlang, die Arme über dem schwarzen Trenchcoat verschränkt. Waren Arthur und Manuel in Gefahr? Sie war sich nicht sicher.
Ein Schauer durchlief sie. Die Nacht war kühler als erwartet. Schon auf der Firmenfeier hatte sie sich ins Bett gewünscht, anstatt so zu tun, als wäre alles in Ordnung.
Noch zwei Straßen weiter, dann würde sie endlich ihr Ziel erreichen. Die Fenster der Reihenhäuser starrten auf sie herab, während sie durch die Wohnsiedlung schritt.
Ihre Absätze erzeugten auf dem Asphalt ein hohles Geräusch, das sich durch die Gassen fortpflanzte. Sie warf einen Blick über die Schulter, doch nichts rührte sich. Das Viertel war menschenleer.
Die Feuchtigkeit auf dem Gehweg reflektierte das Licht der Straßenlaternen, die mit geneigten Köpfen alles in feuriges Orange tauchten.
Ein Windstoß fuhr ihr unter den Mantel und zwischen den Beinen hindurch. Er ließ einen Plastikbeutel vor ihren Füßen tanzen, der gleich darauf im Schatten einer Hauseinfahrt verschwand.
Kara zog die Schultern hoch und den Gürtel fester.
Ein gutes Stück vor ihr flackerte eine Laterne. Hell, dunkel, hell, dunkel, wurde der Gehweg dort.
Sie hob den Kopf zum Himmel. Wo war der Mond geblieben? Er musste sich hinter den Dächern versteckt haben.
Gelächter durchschnitt die Stille. Drei Gestalten bogen um die Ecke jenseits der flackernden Laterne und torkelten Kara entgegen.
Nur nicht zögern, einfach weitergehen. Karas Hacken hämmerten auf den Beton, ein verräterisches Stakkato in der einsamen Nacht.
Schlagartig verstummte das Johlen. Sie hatten sie entdeckt und waren stehen geblieben.
Gedämpfte Stimmen, dann streunten sie weiter auf sie zu.
Unwillkürlich verzog sich Karas Gesicht zu einem Lächeln. War es aufgrund der Absurdität der Situation?
Sie dachte an den Spaziergang im Sommer, als sie mit dem Wohnmobil zum Wandern in einen Nationalpark gereist waren.
Nach der langen Fahrt wollte sie sich abends die Beine vertreten. Was sollte schon passieren?
Im Nachhinein war man immer schlauer.
Kara zog die Mundwinkel nach unten und kniff die Augen zusammen. Mit auf den Boden gerichtetem Blick beschleunigte sie ihr Tempo.
Die Gestalten waren nur noch wenige Meter von ihr entfernt.
Ihre Finger schlossen sich um den Haustorschlüssel in der Manteltasche.
Gleich war sie an ihnen vorbei.
„Was treibt sich denn um diese Zeit hier noch rum?“
Die Männer, in schwarzen Jeans und Bikerjacken, bauten sich breitbeinig vor ihr auf. Der größte von ihnen, eindeutig der Rädelsführer, machte einen Schritt auf sie zu. Die Brust geschwollen und ein Grinsen im Gesicht, wurde er in unregelmäßigen Abständen vom Aufflackern der Laterne angeleuchtet, als stünde er im Zentrum eines Blitzlichtgewitters.
Seine Gefährten umrundeten Kara mit geschmeidigen Schritten und bezogen hinter ihr Stellung.
Sie wirkten nicht mehr betrunken, sondern hochkonzentriert, ihre Bewegungen perfekt aufeinander abgestimmt. Ein eingespieltes Team.
Das würde nicht gut ausgehen.
Demonstrativ ließ der Hüne seinen Blick von Karas Gesicht ihren Körper hinunter wandern, Zentimeter für Zentimeter. Er tat dies mit einer Selbstverständlichkeit, die keinen Zweifel daran ließ, dass er es als sein ureigenstes Recht betrachtete, Frauen auf diese Art und Weise zu mustern.
Aus den Augenwinkeln nahm sie seine Kumpels wahr, die wie Pferde vor einem Rennen herumtänzelten, als mache es ihnen der Tatendrang unmöglich, still zu stehen.
Wegzulaufen war sinnlos, das war klar. Daran brauchte sie gar nicht erst zu denken. Langsam, aber beständig, kroch etwas in Kara empor, bahnte sich seinen Weg aus dem Bauch hinauf in den Magen und nahm ihren gesamten Brustraum ein. Es pflanzte sich über den Hals in die Mundhöhle fort, bis hinein in die Zähne, die es mit einem harten Pochen erfüllte. Ihr gesamter Körper, von den Fingerspitzen bis zu den Haarwurzeln, vibrierte im Takt ihres Herzschlags.
Nicht schon wieder, bitte.
Der Hüne beugte sich zu ihr hinab. Ein Aftershave zwang sich in ihre Nase, so aufdringlich wie sein Träger selbst. Holzig, nach Kiefernnadeln roch es.
Kara war wieder im Wald des Nationalparks. Sie rannte, in ihren Lungen eine Wolke aus Erde, Harz und – Blut. In einem dünnen Rinnsal lief es an ihr hinab, während sie den Trampelpfad zurück zum Campingplatz hetzte. Eine Wurzel brachte sie zum Straucheln, sie fing sich wieder, flüchtete weiter, den Blick stets nach vorne gerichtet. Schmerz und ein Gefühl der Ungläubigkeit erfüllten ihr Denken.
Eine Bierfahne zog sie zurück in die Gegenwart.
„Komm schon, Süße, schenk’ mir ein Lächeln.“
Durch das Rauschen des Blutes in ihren Ohren nahm sie die Worte nur undeutlich wahr, als würde ihr jemand etwas durch einen Wasserfall zurufen.
Sein Gesicht war bloß eine Handbreit von ihrem entfernt. Die Augen stierten auf ihren Mund.
In Zeitlupe registrierte sie, wie er den Arm hob, mit den Fingern in ihr Haar fuhr und zupackte. Seine hohe Stirn und das markante Kinn erinnerten sie an einen bekannten Regisseur, doch sein Name wollte ihr nicht einfallen. Ein Bartschatten umrahmte seine Lippen, die feucht im Schein des Lichtes glänzten. Das Grinsen war aus seinem Gesicht verschwunden.
„Na, wo bleibt das Lächeln?“ Die Härte der Stimme ließ sie erschauern.
Die Laterne flackerte noch ein letztes Mal, dann blieb es dunkel.
Das war gut.
Das Vibrieren in ihr wurde stärker, Blut pumpte durch ihre Adern, als wollte es sie zerreißen.
Zorn ballte sich in ihrer Körpermitte zu einem Knoten, gleich einem Schwarzen Loch, das sämtliche Emotionen in sich aufsog - bis es schließlich nicht mehr imstande war, die komprimierte Wut weiter zusammenzuhalten.
In einer Explosion schoss sie ihr in die Glieder, wie ein Tier, das aus ihr herausbrach.
Es passierte, jetzt.
Sie lächelte.
Am nächsten Morgen erwachte Kara mit einem schalen Geschmack im Mund. Die letzte Nacht schien endlos weit entfernt, nicht greifbar für ihr vom Schlaf benebeltes Gehirn.
Arthur lag schnarchend neben ihr. Wie hatte sie es ins Bett geschafft?
Das monotone Gluckern, das aus seinem Rachen drang, holte sie Atemzug um Atemzug in die Realität zurück. Verschwommene Erinnerungen stiegen in ihr hoch.
Hände, die nach ihr griffen. Schmerz, der ihren Unterarm durchfuhr, als der Hüne sie dort packte – genau an der Stelle, wo die Wunde allmählich zu einer Narbe verheilt war.
Ein Geräusch patschender Füße näherte sich über den Flur. Die Bettdecke wurde zurückgezogen, und ein zierlicher Körper schmiegte sich an Karas Rücken.
„Mami, du stinkst!“
Kara wälzte sich auf die andere Seite und stupste ihre Nasenspitze gegen die ihres Sohnes. „Du bist ein richtiger Charmebolzen.“
„Ein Schmarrn-was? Mami, wirklich, du riechst wie der Hund von Frau Kretschmer, wenn es geregnet hat.“
Eine Erinnerung durchfuhr sie wie ein Blitz. Feuchte Haut, die sich in ihr Gesicht drückte. Schreie … und ... Blut. Was war nur geschehen?
Sie schubste Manuel aus dem Bett und hievte einen Fuß nach dem anderen auf den Wollteppich.
Ihre Beine steckten noch immer in den transparenten Strümpfen, die nun von Laufmaschen durchzogen waren.
Zögernd schob Kara den Ärmel des Cocktailkleids hoch. Auf dem Unterarm zeigte sich ein buntes Muster von Blutergüssen. Dazwischen zwei Narben, die sich als wulstige Halbmonde deutlich von der Haut abhoben und zusammen annähernd einen Kreis bildeten.
Wie sollte sie ihrem Mann die blauen Flecken erklären? Sie hatte in letzter Zeit schon zu viele vermeintliche Unfälle gehabt, war die Stufen im Büro hinuntergefallen, gegen die Kellertür gelaufen und über Manuels Spielzeug gestolpert.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis er ihr das nicht mehr abkaufen würde.
Kara wankte in die Küche, wo Manuel saß und mit vollen Hamsterbäckchen eine Schüssel Haferflocken mit Milch löffelte.
Es gab nur einen Weg, herauszufinden, was nach ihrem Filmriss passiert war. Sie rieb an der Narbe und sah sich suchend um.
„Tut dir der Wolfsbiss wieder weh, Mami? Kriegst du jetzt Tollwut?“
Kara zwang sich zu einem Lächeln und schüttelte den Kopf, während sie dem Kleinen sanft über die Wange strich.
Ihr Blick fiel auf den Trenchcoat, der über einer Stuhllehne hing. Sie fischte das Smartphone heraus.
Mit versteinerter Miene dirigierte sie die Finger über das Display.
Sie erstarrte. Da war die Meldung. Es war gleich die erste im Lokalteil der Tagespresse.
Sie traf Kara wie ein Faustschlag ins Gesicht.
„Aktenkundige Hooligans von Kampfhund verstümmelt“, sprang es ihr in fetten Lettern entgegen.
Kara löste den Blick vom Bildschirm und beobachtete ihren Sohn, wie er genüsslich die Müslischüssel an die Lippen hob und den letzten Rest Milch daraus schlürfte.
Der Anblick versetzte ihr einen Stich in die Brust.
Sie musste lernen, es zu kontrollieren.
Es ist ein Tag vor Weihnachten. In der Kurzgeschichte von Eva Brand landen wir an einer Brücke, die bereits in der Vergangenheit für Schrecken im Dorf gesorgt hat. Oskar, der jetzt, fünf Jahre später, etwas Unglaubliches beobachtet hat, war damals noch zu klein. Er weiß nichts von verschollenen Seelen. Trotzdem zieht es ihn an diese besondere Stelle. Denn direkt unter der Brücke war es. Der Bach war von Schneeverwehungen gesäumt, die wie tausend Sterne im Licht der Laternen glitzerten. Eva Brands Erzählstimme schafft eine mystische Atmosphäre in der Geschichte von schwarz schälten sich in der Dämmerung die Konturen der Brücke aus dem Schatten des Waldes hin zu vom Schneefall der vergangenen Nacht begraben. Die Auflösung bleibt offen. Der Text ist stilistisch auf hohem Niveau und lebt von der lebendigen Bildsprache der Autorin.
Es war der Tag vor Weihnachten.
Oskar bahnte sich seinen Weg durch den Ort. Haufen von Schnee türmten sich am Straßenrand.
Er hatte am Vortag etwas Unglaubliches beobachtet. Zum Glück entfiel heute die Messe, und er konnte die Zeit nutzen, der... Kurzgeschichte lesen
Es war der Tag vor Weihnachten.
Oskar bahnte sich seinen Weg durch den Ort. Haufen von Schnee türmten sich am Straßenrand.
Er hatte am Vortag etwas Unglaubliches beobachtet. Zum Glück entfiel heute die Messe, und er konnte die Zeit nutzen, der Absonderlichkeit auf den Grund zu gehen.
Schwarz schälten sich in der Dämmerung die Konturen der Brücke aus dem Schatten des Waldes. Sie verband den Ort mit dem anderen Ufer des Flusses, wo sich die Straße in den nackten Buchenwald hinein wand.
In der Mitte der Brücke angekommen, stellte sich Oskar auf die Zehenspitzen und beugte den Oberkörper über das Geländer. Der Bach war von Schneeverwehungen gesäumt, die wie tausend Sterne im Licht der Laternen glitzerten.
Doch an der Stelle direkt unter der Brücke war etwas anders.
Oskar war sich jetzt sicher, dass seine Fantasie ihm gestern keinen Streich gespielt hatte. Auch wenn seine Augen es ihm nur unzulänglich bewiesen, und es vielmehr ein Gefühl war, das sich in ihm ausbreitete, als er die schneefreie Stelle unter der Brücke betrachtete: Es war da. Ein Pulsieren, langsam und in regelmäßigen Abständen wiederkehrend, direkt unter der Öffnung des Abwasserrohres, das hier seinen Inhalt in den Bach entließ.
Die Finger immer noch um das Geländer geklammert, merkte er, dass seine Handschuhe vom darunter geschmolzenen Eis durchtränkt waren.
Es kümmerte ihn nicht.
Das Pulsieren hatte sich intensiviert. Welle um Welle durchströmte eine ungeheure Anziehungskraft Oskars Körper, gleich dem sich beschleunigenden Herzschlag eines Raubtiers, das zum Sprung ansetzte. Mit jeder Welle wuchs in ihm die Überzeugung, das Pulsieren aus nächster Nähe untersuchen zu müssen.
Die Kirchenglocke dröhnte und ließ ihn zusammenzucken.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Sechs Schläge …
Er war seit einer Stunde von zu Hause fort? Wie konnte das sein?
Er musste jetzt umkehren, zu Hause wartete man mit dem Abendessen auf ihn. Vielleicht sollte er seiner Mutter davon erzählen.
Ohne den Blick abzuwenden, ließ er sich von den Zehenspitzen auf die Fersen sinken, als ein stechender Geruch in seine Nase fuhr und sich wie eine heiße Nadel in sein Hirn bohrte. Sich abzuwenden war unmöglich, spitze Klauen hielten sein Gehirn in einem Klammergriff umschlossen und ließen ihn keinen klaren Gedanken fassen. Durch einen Tränenschleier nahm er wahr, wie sich sein Mageninhalt mit dem Wasser des Flusses vermischte.
„Alles in Ordnung, Kleiner?“ Kräftige Hände packten den Jungen an den Schultern.
Ein faltiges Gesicht nahm Oskars Blickfeld ein. Dem Pastor hingen eine Pfeife im Mundwinkel und ein schiefes Lächeln im Gesicht. Eiskristalle tanzten durch die Luft und landeten auf seinem kahlen Schädel.
„Ich denke schon …“
„Komm, ich bring’ dich nach Hause. Was machst du überhaupt an diesem gottverlassenen Ort? Weißt du nicht, was hier vor fünf Jahren passiert ist?“
Eine ungute Vorahnung machte sich in Oskars Brust breit und schnürte ihm die Kehle zu.
„Es war am Tag vor Weihnachten, genau wie heute.“
Der Pastor nahm die Pfeife aus dem Mund und blies Rauch zwischen den Zähnen hindurch. In eine Wolke Tabakduft eingehüllt arbeiteten sie sich vorwärts in Richtung Dorfzentrum. Der Schnee knirschte unter ihren Sohlen, während alle anderen Geräusche verstummt waren.
„Was ist damals passiert?“
Der Pastor räusperte sich. „Manuel – er war so ein lieber Junge – war auf dem Weg nach Hause. Er wohnte auf der anderen Seite des Baches.“
Der Jagdschrei eines Uhus hallte über sie hinweg.
„Was war mit ihm?“
„Er ist nie dort angekommen. Das Dorf organisierte noch in derselben Nacht einen Suchtrupp. Doch alles, was man fand, war sein Parka. Der hatte sich in der Böschung neben der Brücke verfangen.“
Sie umrundeten den Weihnachtsbaum auf dem Hauptplatz und bogen in die Gasse, in der Oskar wohnte.
„Er ist wohl in den Fluss gefallen … Aber der Parka in der Böschung – es sah fast so aus, als wäre er hinuntergeklettert und hätte ihn dort absichtlich zurückgelassen.“
Oskars Herz hämmerte, als versuche es nachzuholen, was es zuvor versäumt hatte. Er dachte an das Pulsieren, den unwiderstehlichen Drang, sich ihm zu nähern, den Gestank, der seine Sinne verwirrt hatte.
Es beutelte ihn.
„So, hier wären wir. Frohe Weihnachten, Kleiner.“
Die Haustür flog auf und Oskar fuhr herum.
Seine Mutter stieß einen Schrei der Erleichterung aus. „Da bist du ja! Was treibst du dich so lange im Dunkeln herum, ich habe mir Sorgen gemacht!“
„Ich war nicht alleine, der Pastor hat mich begleitet.“
Seine Mutter setzte eine ernste Miene auf, beugte sich zu ihm hinab und umschloss seine Wangen mit den nach Zimt duftenden Händen.
„Schätzchen, lass das Geflunker sein. Der Messdiener fand heute Morgen den Hut des Pastors im Wasser treiben. Der Arme liegt wohl irgendwo entlang des Ufers, vom Schneefall der vergangenen Nacht begraben.“
Oskar sah sich um, hielt Ausschau nach dem schwarzen Rock seines Begleiters, doch die Gasse lag verwaist im Schneegestöber der Nacht. Nur ein Hauch Tabakduft hing noch in der Luft.
„Er trug keinen Hut...“, murmelte er, mehr zu sich selbst, und folgte seiner Mutter hinein in die Wärme des Hauses.
Reto Burn aus Olten
Felix Terborg aus Kaufungen
Kira Stern aus Karlsruhe
Petra P. Hasler aus Übelbach
Hedy Mae aus Bayern
Franziska Jahn
3. Platz, Genre-Wettbewerb 2025 Runde 2.
Helene Spaeth
5. Platz, Genre-Wettbewerb 2025 Runde 1.
Marina Schober
5. Platz, Schreibdebüt-Wettbewerb 2024 Runde 2.
Andreas Chariskos
1. Platz, Schreibdebüt-Wettbewerb 2024 Runde 2.
Damaris Leska-Zapf
3. Platz, Genre-Wettbewerb 2024 Runde 2.
Antje Walpert
5. Platz, Schreibdebüt-Wettbewerb 2024 Runde 1.
Kristina Sambs
2. Platz, Genre-Wettbewerb 2024 Runde 2.