Christian Krumme aus Schafflund
Fernlehrgang: Romanwerkstatt für Science-Fiction und Fantasy
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4. Platz im Schreibdebüt-Wettbewerb 2024 - Kleine Schritte, große Wirkung
Wie es sich anfühlen könnte, im Weltall zu schweben, nur durch eine Leine mit der sicheren Raumkapsel verbunden, können wir mit Commander Iver in „Kleine Schritte, große Wirkung“ erleben.
Es ist nur ein kurzer Moment, doch die Stille und vor allem die nur schwer zu begreifende Vorstellung von Unendlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Text. Er liebte und fürchtete diesen eiskalten, düsteren Ort der ewigen Dunkelheit.
Die Faszination, aber auch die Gefahren dort draußen hat Christian Krumme gut eingefangen. Und so passt es zu den noch vielen offenen Fragen das Weltall betreffend, dass die Geschichte auch offen endet.
Endlose Stille. Commander Iver schwebte in der Leere des Alls. Durch seinen strahlungssicheren Helm erkannte er weit draußen die ersten größeren Gesteinsbrocken des nahen Asteroidengürtels.
Iver genoss die Ruhe und endlose Weite. Er war hier draußen... Kurzgeschichte lesen
Endlose Stille. Commander Iver schwebte in der Leere des Alls. Durch seinen strahlungssicheren Helm erkannte er weit draußen die ersten größeren Gesteinsbrocken des nahen Asteroidengürtels.
Iver genoss die Ruhe und endlose Weite. Er war hier draußen mit seinen Gedanken vollkommen allein. Nur die Sicherungsleine verband ihn mit dem Schiff, das mehrere hundert Meter hinter ihm lag. Er schloss die Augen und deaktivierte für einen kurzen Moment sein Intercom, um mit dem Universum eins zu sein. Hier spielte Zeit keine Rolle, und das Leben war in dieser radioaktiven Umgebung nicht möglich. Trotzdem reisten die Menschen immer weiter hinaus in die unbekannte Dunkelheit des Alls. Sie waren Pioniere und Entdecker, Forscher und gleichzeitig auch Wahnsinnige, die erneut die Grenzen der Menschheit verschoben.
Er liebte und fürchtete diesen eiskalten, düsteren Ort der ewigen Dunkelheit. Iver schloss die Augen und dachte an seine Familie und Kinder auf der Erde. Die Angst und der Stolz in ihren Augen waren jedes Mal ein Ansporn für ihn. Der Stolz war es, der ihn immer sein Bestes geben ließ. Die Angst in ihren Augen vor jedem Start sorgte für höchste Konzentration bei allen Aufgaben. Er dachte an die vielen tapferen Männer und Frauen, die für den Fortschritt in der Raumfahrt mit ihrem Leben bezahlt hatten. Sie waren allesamt Helden! Gleichzeitig aber auch mahnende Beispiele, dass man hier draußen nie nachlässig oder selbstgefällig sein durfte.
Dennings, Müller, Ikaro und weitere Namen großer Raumfahrer fielen ihm ein und Iver dachte voller Wehmut an die Besatzung der I.S.S. Olymp. Es war ihr Schwesterschiff gewesen und galt als verschollen. Niemand hatte Informationen, was mit dem Schiff und seiner Besatzung geschehen war.
Er öffnete die Augen. Etwas in seinem Helm erregte seine Aufmerksamkeit. Ein Warnsignal, welches er noch nie vernommen hatte. Es war ein Annäherungsalarm. Iver war für wenige Sekunden überrascht und vermutete eine Fehlfunktion. Er ließ die Daten an der Innenseite seines Helms erscheinen und sah sofort, dass es keine Fehlfunktion sein konnte. Sein Computer hatte ein kleines Objekt erkannt, welches offenbar seinen Kurs aktiv verändert hatte, um mit dem Astronauten zusammenzutreffen. Das Objekt näherte sich schnell. Ein weiterer Warnhinweis erschien auf dem Interface, als sein Computer mitteilte, dass das Objekt immer langsamer wurde.
Iver war verwirrt und konnte sich das seltsame Verhalten des unbekannten Objekts nicht erklären. Er aktivierte sein Intercom. Doch es war nur statisches Rauschen zu hören. Etwas störte massiv die Signale. Ihm brach der Schweiß aus.
Iver schaute nun konzentriert ins All und versuchte, das Objekt zu entdecken. Es war sinnlos. Der Annäherungsalarm wurde schneller und weitere Daten flogen an den Augen des Commanders vorbei. Das unbekannte Objekt kam immer näher.
Dreihundert Meter ... Einhundertfünfzig Meter ... Neunzig Meter ...
Die sonore Stimme des Computers sorgte nicht dafür, dass Iver sich beruhigen konnte. Konzentriert schaute er in die Richtung, aus der das Objekt kommen sollte. Es wurde indessen immer langsamer. Das Licht der Sonne traf plötzlich auf eine Oberfläche wenige Meter vor seinem Helm und er konnte das Objekt sehen. Es war eine kleine, flache Platte aus einem seltsamen Material. Iver streckte die Hand danach aus und es schwebte förmlich in seine Hand. Weitere Fehlfunktionen wurden angezeigt, bis plötzlich alle Funktionen erloschen. Iver hatte eben noch gesehen, wie der Computer seines Anzugs einen eingehenden Datenstrom verzeichnete, als es im Helm dunkel wurde. Das komplette System war zusammengebrochen und Iver bekam nun Panik. Die Luft würde ohne Aufbereitung nur wenige Minuten reichen.
Er versuchte sich zu beruhigen. Dann fuhr das System des Anzugs wieder hoch. Zu seiner Überraschung sah er jetzt die Platte in seiner Hand aufleuchten. Es erschienen Schriftzeichen, die ihm unbekannt waren. Sekunden später erschien eine einzelne Zeile in einer ihm verständlichen Sprache.
Folge dem Weg und finde Antworten auf viele Fragen.
Dieser Satz brannte sich in sein Gedächtnis. Er spürte einen Ruck an seinen Rücken. Die Leine wurde eingeholt. Er musste entscheiden, ob er das Objekt im All zurückließ oder es seinen Weg in die Geschichte der Menschheit fand.
Iver zögerte keine Sekunde.
Alexander Kail aus Erlangen
Die Romanwerkstatt hat die Grundlage für meinen Roman gelegt
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