Wettbewerbs-Auszeichnungen

5. Platz im Genre-Wettbewerb 2025 - Der Wolfsritter
Urteil der Jury

Die Geschichte beginnt klassisch: Jemand ist nachts allein unterwegs, spürt Gefahr, und als Lesende sind wir es gewohnt, erst einmal an eine Frau zu denken. Doch Damaris Moreau dreht die Sache um. In Der Wolfsritter nehmen wir die Perspektive eines Mannes ein, der von sich glaubt, ein edler Ritter zu sein und mit der Jagd auf Hexen Gutes zu tun. Und jetzt… hat er eine Hexe erwischt. Aber der Verdacht, dass er falsch liegt, ist längst da, und wir identifizieren uns nicht gern mit dem Bösen. So entsteht Spannung hier vor allem aus dem Wunsch, nicht erleben zu müssen, wie ein fehlgeleiteter Ritter eine rothaarige Frau umbringt.
Zum Glück weiß die Hexe sich zu wehren, und sie erteilt dem Ritter eine Lehre, die ihn für immer verändern wird.
Indem Damaris Moreau die Ich-Perspektive des Ritters wählt, zeigt sie uns, wie viel einfacher es ist, dem Pfad von Hass und Gewalt zu folgen, als sich für das Gute einzusetzen. Sie bietet uns Stoff zum Denken.

 

Der Wolfsritter:

Kalter Regen prasselt hart auf mich nieder und durchdringt den Stoff meines Mantels. An den Schultern spüre ich die Nässe. Ich halte das nutzlose Kleidungsstück vor meiner Brust zusammen und eile so schnell ich kann durch die leere Gasse. Im Zunfthaus... Kurzgeschichte lesen

Foto Damaris Moreau

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