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1. Preis

Astrid Buchta

für "Der Kirschlolli"

Urteil der Jury:

Erkenntnisse, besonders Selbsterkenntnis, kommen nicht immer mit dramatischer Wucht, sondern öfter ganz leise, langsam, aber von um so größerer Nachhaltigkeit. Von so einem Moment erzählt Astrid Buchta in ihrer Geschichte „Der Kirschlolli“. Ein junges Mädchen entdeckt, was der Druck der Gemeinschaft anrichten kann. Und sie schämt sich dafür, sich nicht widersetzt und damit einen anderen Menschen verletzt zu haben. Die Erzählzeit nimmt wohl zehn Minuten in Anspruch, die erzählte Zeit umfasst weniger als 24 Stunden. Und doch ist die Welt danach ein wenig besser geworden.
Es ist eine klassische Kurzgeschichte, ein kurzer, aber bedeutsamer Ausschnitt aus dem Alltag, ausgesprochen witzig und originell geschrieben und sicher für viele Leser nachvollziehbar. Eine leise Geschichte, die das Potential hat, Gutes zu bewirken.

Astrid Buchta
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2. Preis

Isabel Wey

für "Stell es dir mal vor"

Urteil der Jury:

Manche Geschichten sind fast zu hart. Was Isabel Wey hier beschreibt, möchte man sich gar nicht so genau vorstellen. Aber die Autorin zwingt uns, die Augen und die Sinne zu öffnen für ein junges Mädchen, dessen Mutter Alkoholikerin ist. In drastischen Worten beschreibt sie ihr Zuhause, das Elend und den Dreck, der sie jeden Tag erwartet. Und doch – überraschende Wende am Schluss – als ein Krankenwagen die Mutter vielleicht zum letzten Mal abholt, ist sie nicht etwa erleichtert, sondern bangt um diese Frau, die die Rollen so übel vertauscht hat. Es ist eben ihr Zuhause.
Anrührend ohne kitschig zu sein. Die Autorin versteht es, durch klare Beschreibungen und durch den Blick der Figur Gefühle und Bindung entstehen zu lassen.

Isabel Wey
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3. Preis

Anja Hendel

für "Zwiebelpastete"

Urteil der Jury:

Hier passiert sehr viel auf nur drei Seiten, und noch viel mehr verbirgt sich hinter kurzen Sätzen und Andeutungen. Ein junger Mann hat seine neue Freundin zum Essen eingeladen und dafür großzügig eingekauft. Nur leider hat er den Einkaufskorb irgendwo stehen lassen. Nun muss er Hilfe suchen bei zwei Menschen, die ihn eigentlich eher nerven: seiner besserwisserischen Mutter und einer Nachbarin, die er hinter ihrem Rücken heimlich „die Concierge“ nennt. Seine Mutter weiß Rat. Sie hat gelernt, aus Resten etwas Schmackhaftes zu machen. Und auch in seiner Freundin hat der junge Mann sich getäuscht. Sie sucht beim Geruch von Zwiebelpastete nicht das Weite.
Anja Hendel erzählt sinnlich und humorvoll. Über die Moral lässt sich nachdenken, vielleicht: Du musst nicht immer perfekt sein, um gemocht zu werden.

Jana Hendel
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4. Preis

Xenia Giday

für "BFF"

Urteil der Jury:

„BFF“ – best friends forever bedeutet das. Erzählt wird von einem der schwierigsten Momente, den doch jeder irgendwann durchstehen muss: dem Abschied für immer. 2 junge Mädchen, eine dicke Freundschaft, jede Menge Spaß, dann eine Krebserkrankung, die das alles beendet. Nun soll die zurückgebliebene Freundin in der Kirche die Abschiedsrede halten. Als Ausschnitt hat Xenia Giday sich geschickt und sensibel genau die halbe Stunde vor dem Begräbnis ausgesucht. Sie zeigt den Kampf mit Hilflosigkeit und Trauer. Wie soll man das nur schaffen? Und dann eine Rede im pinken „BFF“-T-Shirt, die doch das Leben bejaht. Mutig, sich an so ein Thema zu wagen, egal, ob selbst erlebt oder nicht.
Besonders gelungen ist die jugendliche Sprache mit Anspielungen auf Harry Potter und jugendgemäßen Übertreibungen (wunderschöne Haare, zauberhaftes Lächeln). Hier passt es.

Xenia Giday
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5. Preis

Susanne Dubslaff

für "Am Abgrund"

Urteil der Jury:

Was wir uns antun, nur weil wir nicht vertrauen, so könnte man diese Kurzgeschichte von Susanne Dubslaff auch überschreiben. Ein junger Mann sitzt mit seiner Freundin in der Gondel einer Seilbahn. Den Verlobungsring hat er in der Tasche, oben wird er sie fragen. Eine romantische Situation? Weit gefehlt, denn er hat Höhenangst. Wie in Echtzeit erleben wir seine Panik, die sich steigert mit jedem Pfosten, den die Kabine schaukelnd passiert. Auch hier wird auf dramatische Überzeichnung und eine Anhäufung von bedrohlichen Adjektiven verzichtet. Das hat diese Geschichte gar nicht nötig. In Erinnerungsfetzen kommt schließlich das Kindererlebnis hoch, das der Auslöser war, und die Einsicht, dass man jemandem, mit dem man sein Leben verbringen will, vertrauen muss. Männer…!

Susanne Dubslaff
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