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1. Preis

Dagmar Kramp

für "Quid pro quo"

Urteil der Jury:

Will Ruth ein neues Leben beginnen, um sich der Verantwortung für den pflegebedürftigen Horst geschickt zu entziehen? Ist Dr. Horst Hegele ein hilfloses, gequältes Opfer seiner bösartigen Ehefrau? Zunächst sieht alles danach aus.

Der Leser wird den Wendepunkt der Geschichte, den die Autorin geschickt setzt, nicht so schnell vergessen. Bilder, die Ruth in der Wohnung zurückgelassen hat, dokumentieren die tiefen Wunden, die ihr während der Ehe zugefügt wurden.

In gekonnter Erzählweise gelingt es Dagmar Kramp, das Klischeebild einer Ehe, die in schlechten wie in guten Zeiten von selbstloser Liebe getragen wird, zu zerbrechen. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die „Gegenleistung“, die Ruth erbringt, lässt den Leser einen tiefen Blick in den Abgrund gesellschaftlicher, häuslicher Gewalt werfen.

Als Ruth am Ende „leise die Haustür hinter sich“ schließt und in ihr wohlverdientes neues Leben aufbricht, lässt dies den Leser erleichtert aufatmen.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

2. Preis

feinix

für "Stine"

Urteil der Jury:

In der 9c gibt es nur zwei Mädchen und ansonsten jede Menge pubertierende Jungen. Einer davon ist der 14-jährige Johannes…

Wann hat man schon einmal die Chance, den Busen der allseits angeschwärmten Stine von Berndorff zu berühren? Doch steht der Preis dafür wirklich in einem angemessenen Verhältnis zur Gegenleistung, die Johannes dafür versprochen wird?

Während er nachdenkt, beginnt Johannes ein Portrait von Stine zu zeichnen, das unter seinen Händen immer mehr an Schönheit verliert, bis es sich schließlich in seiner ganzen Hässlichkeit offenbart.

Am Ende trifft Johannes eine reife Entscheidung.

Die gelungene Pointe am Schluss, reizt die Leser zum Lachen und zeigt, dass Stines Busen seine Wirkung auf den erwachsenen Johannes auch in späteren Zeiten nicht verloren hat.

Dem Autor feinix ist eine Geschichte zum Thema „Pubertät und Erwachsen-Werden“ gelungen, die durch ihre authentische Erzählerstimme tiefsinnig und berührend zugleich auf die Leser wirkt.

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3. Preis

Julia Klatte

für "Parasit"

Urteil der Jury:

Die 19-jährige Marie ist dünn. Viel zu dünn. Doch wenn sie ihre Blicke über den fast nackten Körper fahren lässt, gibt es von allem zu viel: zu viel Bauch, zu viel Bein, zu viel Po. Marie leidet an Magersucht.

Es gelingt Julia Klatte ausgezeichnet, ein Bild für Maries seelisches Gefängnis zu finden. Es ist der Parasit, der in ihr lebt und an ihr nagt. Er soll in einer Klinik, in die das Mädchen eingewiesen wird, besiegt werden.

Doch die Autorin zeigt auch eine Gegenwelt zum sterilen Klinikalltag auf. Jacob liebt Marie und zaubert ihr mit seiner Lebendigkeit „ein Lächeln ins Gesicht“.

Das offene Ende ist ein gelungener Kunstgriff, der die Leser optimistisch hoffen lässt. „Marie wird von Jacobs Liebe umhüllt wie von einer warmen Decke.“ Zwar wirkt ihr Gesicht vorgealtert und eingefallen, doch es deutet sich eine Zukunft für Marie an.

Der Autorin ist eine sprachlich-stilistisch sehr gut ausgereifte Geschichte von der heilenden Kraft der Liebe in einer scheinbar aussichtslosen Lebenssituation gelungen.

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4. Preis

Heike Pflüger

für "Sommer"

Urteil der Jury:

Die Autorin beeindruckt die Leser vor allem durch die gekonnt verwobene Erzähltechnik, die das schizophrene Erleben, das Gespalten-Sein des Icherzählers von Anfang bis Ende für die Leser spürbar werden lässt.

Der mittlerweile erwachsene Icherzähler, der in einer Rahmenhandlung auftaucht, war acht oder neun Jahre alt, als er seine Großmutter erstach.

Das Geschehen von damals wirkt in der Erinnerung seltsam düster und bedrückend. Dennoch bezeichnet der Icherzähler das Leben bei der „lieben Omi“, die das Lieblingsessen für den Enkel kocht, als angenehm und freundlich – ein Eindruck, der so gar nicht zum Donnergrollen und düsteren Haus am Waldesrand passen will.

Beeindruckend wirkt das Schlüsselerlebnis des Jungen, das in Form einer Gute-Nacht-Geschichte erzählt wird. Am Ende kommt die Geschichte wieder in der psychiatrischen Klinik an. Es ist Sommer und die Sonne scheint.

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5. Preis

Kristina Holler

für "Der Stalker"

Urteil der Jury:

Es gelingt der Autorin ausgezeichnet, vom Grauen im scheinbar normalen Alltag einer jungen Frau zu erzählen, deren Ex-Freund zum Stalker geworden ist.

Julia steht zwischen Jonas und Alex, der sie nicht loslassen kann. Die Unmöglichkeit, sich gegen die grenzverletzenden Übergriffe des Stalkers zu wehren, wird durch das offene Ende deutlich, das die Leser an die typischen Spannungselemente in Schauer- und Horrorgeschichten erinnert. „Jonas legte beruhigend seinen Arm um Julia und während er sie fast liebevoll ins Wohnzimmer führte, sprudelte die ganze Geschichte aus ihr heraus.“ Doch während Jonas und Julia versuchen, ihren Weg zu finden, ist der Stalker schon wieder erschreckend nahe.

Anstelle einer neuen Sicht, die es in Anbetracht des starken Konfliktes nicht geben kann, setzt die Autorin geschickt einen Schockeffekt ans Ende. Der Leser wird mit der zutreffenden Erkenntnis, dass manche Probleme sich nun einmal nicht auf einfachem Wege lösen lassen, aus der Geschichte entlassen.

Lesen Sie hier die prämierte Geschichte

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